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Im Februar 2006 war ich im Zuge einer Produkteinführung das erste Mal in der Türkei. Das Meeting fand in Istanbul statt und war von unserem Verkauf International in Zusammenarbeit mit unserer lokalen Vertretung organisiert worden. 
Istanbul erstreckt sich sowohl auf der europäischen als auch auf der asiatischen Seite des Bosporus und ist damit die einzige Metropole der Welt, die auf zwei Kontinenten liegt. Der Hauptteil der Stadt liegt auf der südöstlichsten Spitze Europas und wird von den asiatischen Vororten durch den Bosporus getrennt. Ein Meeresarm, das "Goldene Horn" teilt den europäischen Teil in zwei Hälften: Das alte Stambul und die nördlich gelegenen Stadtteile Galata, Beyoglu und Skutari.
Obwohl auf dem selben Breitengrad wie Neapel, ist das Klima hier wegen der nördlichen Winde kühler. So war das Wetter um diese Jahreszeit auch nicht viel wärmer als bei uns auf der schwäbischen Alb.  
 

Strassen von Istanbul

Die Geschichte der Stadt reicht bis ins erste Jahrtausend vor Chr. zurück, als dort eine Siedlung mit dem Namen Semistra gegründet worden sein soll. Der lokale Mythos nennt Byzas aus Megara als den Gründer der Kolonie Byzantion und das Jahr 667 v. Chr. als Gründungsdatum.
Damals schon war Byzantion ein wichtiges Handelszentrum. Der römische Kaiser Konstantin I. erklärte die Stadt 330 n.Chr. zur Hauptstadt des gesamten römischen Reiches und nannte sie Konstantinopel.
Beim vierten Kreuzzug 1204 wurde die Stadt auf schreckliche Weise zerstört, geplündert und verwüstet, als die Kreuzfahrer anstatt das Heilige Land aus den Händen der Araber zu retten, die Stadt überfielen.
1453 wurde Istanbul von den Türken erobert und war bis 1923 die Hauptstadt des osmanischen Reiches.
 
 
 
 

Strassen von Istanbul


Am 28. März 1930 wurde Konstantinopel auf Veranlassung von Kemal Atatürk in Istanbul umbenannt.
Heute leben in der expandierenden Stadt rund 10 Mio Einwohner, davon 6,5 Mio im europäischen Teil. Zum Stadtbild gehören die typischen, in osmanischer Tradition gebauten Holzhäuser.
Das Stadtbild von Istanbul wird durch Sakralbauten unterschiedlicher Religionen geprägt. In einigen Stadtteilen, wie zum Beispiel in Kuzguncuk, sind die religiösen Einrichtungen verschiedener Religionen dicht benachbart. Der weitaus größte Teil der Bevölkerung bekennt sich zum Islam. Zu den religiösen Minderheiten zählen auch die griechisch-orthodoxen und armenischen Christen.
 
 
 
 
 

Blue Mosque

Die Sultan-Ahmet-Moschee wurde 1609 in Auftrag gegeben und bis 1616 erbaut. Sie ist heute, nach der Säkularisierung der Hagia Sophia, die Hauptmoschee Istanbuls.
In Europa kennt man sie als Blaue Moschee wegen ihres Reichtums an blau-weißen Fliesen, die die Kuppel und den oberen Teil der Mauern zieren, aber jünger als der Bau selbst sind.
 
 

Blue Mosque 
 
 
 
 
Die Moschee hat sechs Minarette. Nur die Hauptmoschee in Mekka hat eines mehr, das angefügt wurde, als die Sultan-Ahmet-Moschee sechs erhielt.

Der Innenhof ist relativ schmucklos und einfach, in der Mitte befindet sich ein Brunnen zur rituellen Reinigung vor dem Gebet.
 
Nach einigen erklärenden Worten unserer  Reiseführerin durften wir die Moschee auch von innen besichtigen. Natürlich ohne Schuhe, die trugen wir in bereitgestellten Plastiktragetaschen die ganze Zeit mit uns.
 
 
 
 
 
 

Blue Mosque




Der Gebetsraum der blauen Moschee ist mit 53 m Länge und 51 m Breite fast quadratisch. Die Hauptkuppel hat einen Durchmesser von 23,5 m und ist 43 m hoch.
Besonders faszinierend waren für mich die sehr detailreich bemalten Säulen, Bögen und Rundungen.

260 Fenster erhellen den Innenraum. Die bunten Glasscheiben sind nur moderne Nachbildungen der ursprünglichen Fenster aus dem 17. Jahrhundert.
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Blue Mosque

Aufgrund der Höhe des Raumes konnte ich die Kamera natürlich nicht mit der Hand halten, um diese Aufnahme zu machen.
Der eingebaute Blitz ist auch zu schwach für so weite Entfernungen.
Damit das Bild auch mit der erforderlichen längeren Belichtungszeit nicht verwackelt, habe ich die Kamera einfach auf den Boden gelegt und den Selbstauslöser verwendet. 

So erhielt ich gestochen scharfe Fotos von diesen wunderbaren Verzierungen.
In der Mitte des Raumes befand sich zur Zeit meines Besuches ein Gerüst. Die großen Metallrahmen, welche die vielen Lampen zur Beleuchtung trugen, waren in recht traurigem Zustand. Da ich natürlich die herrliche Moschee von Casablanca als Maßstab ansetzte, war ich vom allgemeinen Zustand dieses Bauwerks schon etwas enttäuscht.
 
 
 
 

Obelisk of Theodosius

Neben der Moschee befindet sich das Hippodrom. Der römische Kaiser Septimus Severus ließ diesen langgestreckten Platz im Jahre 203 errichten, der später von Kaiser Konstantin dem Grossen durch Umbauten noch beträchtlich vergrößert wurde. Das ca. 400 x 120 m grosse Hippodrom bot rund 40.000 Zuschauern Platz und war der Mittelpunkt des öffentlichen Lebens. Hier fanden nicht nur Wagenrennen, Zirkusspiele oder Gladiatorenkämpfe statt, sondern man feierte hier auch die Feste zu Ehren des Kaisers.
Der ägyptische Obelisk wurde im 15.Jh.v. Chr. vom Pharao Tutmosis III. vor dem Tempel in Karnak aufgestellt. Im Jahre 390 ließ Kaiser Thedosius diesen Monolithen nach Istanbul bringen. Er ruht auf einem 6 m hohen Sockel der an allen Seiten mit Reliefs geschmückt ist.
 
 
 

Brunnen von Wilhelm II.





Der Brunnen Kaiser Wilhelms II. steht an der ehemaligen Einfahrt zum Hippodrom.
Der achteckige Marmorbau mit polierten Granitsäulen und der mit goldenen Mosaiken verzierten Kuppel war ein Geschenk von Kaiser Wilhelm II. als Erinnerung an seinen Besuch in Istanbul (1895) und wurde 1898 fertiggestellt.
Die Mosaiken in der Kuppel zeigen sowohl das kaiserliche Wappen, als auch die Zeichen des Sultans Abdülhamit II.
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Hagia Sophia 

Wohl bekanntestes Wahrzeichen der Stadt ist die berühmte ehemalige Kirche und Moschee der Hagia Sophia.
Diese liegt der blauen Moschee gegenüber und bietet schon von außen einen beeindruckenden Anblick.
Hagia Sophia bedeutet "göttliche Weisheit". Einer Überlieferung zufolge soll Konstantin im Jahre 325 die erste Basilika hier errichtet haben.
 

Hagia Sophia
Nach einem Brand im Jahre 404 zerstört, wurde 415 eine neue, fünfschiffige Kirche von Theodosius II. errichtet. Bei dem Nika-Aufstand 532 wurde auch diese zerstört. Justinian I. legte vierzig Tage später den Grundstein zu einer neuen Kirche. In nur fünf Jahren entstand die riesige Kuppelbasilika, die 537 von Justinian I. eingeweiht wurde.
20 Jahre später stürzte die Kuppel ein. Beim Wiederaufbau wurde die Kuppel etwas kleiner, dafür höher, wodurch sie mehr nach unten als zur Seite drückte.
Am 24. Dezember 563 weihte Justinian I. die Kirche erneut ein. In der Folgezeit musste die Kirche mehrfach restauriert und verstärkt werden.
Unmittelbar nach der Eroberung der Stadt Konstantinopel durch die Türken wurden die Minarette dazugestellt.
1934 erklärte Atatürk die Hagia Sophia zum Museum, weswegen man sie heute auch mit Schuhen betreten darf.  
 
 
 

Hagia Sophia 



Diese großartige byzantinische Basilika war bis zur Eroberung Istanbuls durch die Türken auch das geistliche Zentrum des byzantinischen Reiches.
Nach 1453 wurde sie für knapp 500 Jahre eine Moschee.
Die Kirche war mit vielen Mosaikbildern verziert, welche jedoch alle in der Zeit von 729 bis 843 durch die Ikonoklasten (=Bilderstürmer) zerstört wurden. Das älteste erhaltene Mosaik über dem Kaisertor stammt aus dem 9.Jh. Da der Islam keine bildlichen Darstellungen von Heiligen duldet, wurden die Mosaike übermauert und dadurch konserviert, so sind diese heute noch in ziemlich gutem Zustand.
 
 
 
 
 

Hagia Sophia 

 
 
 
Der Raum unter der Kuppel ist die Mitte der Kirche, ihm ist alles untergeordnet.
Links der Apsis steht auf antiken Säulen die achteckige Sultansloge. Der Mihrab (die Gebetsnische) ist in der Richtung nach Mekka angebracht.
Im Vordergrund des Bildes erkennt man den Aufgang zum Mimber (Freitagskanzel). Auf den grossen, acht Meter durchmessenden Rundschildern stehen in arabischer Schrift die Namen Allahs, Mohammeds, der vier Kalifen und der beiden Enkelsöhne Mohammeds.  
 






 

Hagia Sophia 
 
 
 
Die Großartigkeit des Baues beeindruckt beim Betreten des riesigen Innenraumes. Beim Errichten wurde kein Holzgerüst verwendet, sondern Erde aufgeschüttet und nach Vollendung wieder aus der Kirche geschafft.  
 
 
 
 
 

Carpets in Bazar 54 
 
 
Nach der Besichtigung der Hagia Sophia wurden wir noch eingeladen, den "Basar 54" zu besichtigen, wo uns ein Verkäufer mit grandiosem Aufwand und allen Künsten der Rhetorik seine Teppiche verkaufen wollte. Wir bekamen eine Tasse Apfeltee und konnten uns an den vielen Farben und Mustern kaum satt sehen.
 
 
 

Grand Basar Door 
 
Man würde frei Haus liefern und es wäre absolut kein Problem, wenn der Teppich nicht den Wünschen entspräche... Soweit ich mich erinnern kann, hat von unserer Gruppe kein einziger was gekauft.
Etwas weiter geht es zum Grand Basar von Istanbul. Ein schönes Relief ziert den Eingang in eine faszinierende Welt voller Schätze.
 
 

Grand Basar

Im breiten Hauptkorridor des überdachten Marktes befinden sich die meisten der Schmuckhändler. Kiloweise goldene Armbänder, Halsketten, Ringe und allerlei andere Schmuckstücke türmen sich in den Auslagen.
Besonders interessant fand ich auch die Anlage des Marktes mit seinen Gängen, Plätzen und Bögen, allesamt herrlich verziert und bemalt.
Von diesem Gang abzweigend gelangt man in Nebenkorridore, mit weiteren Verzweigungen und weiteren Plätzen. Im Herzen des Marktes kommt man zum alten Basar mit Verkaufsbuden aus Holz, der auch seinen besonderen Reiz hat.
Unweigerlich verläuft man sich in dem Gewirr von Gängen, sodass man nie an der Stelle hinauskommt, wo man den Basar betreten hat.
 
 
 
 

Grand Basar


Die Waren der vielen Geschäfte stehen bis weit in den Gang hinein, dass man schon den Übergang von einem Geschäft zum nächsten nicht mehr erkennen kann.
Kaum betrachtet man ein Stück länger als fünf Sekunden, kommt auch schon ein tüchtiger Verkäufer. Die sprechen hier alle Sprachen. Ich habe versucht, tschechisch zu reden, man hat mir in tschechisch geantwortet, englisch - kein Problem, ebenso französisch oder deutsch. Denen entkommt  man nicht so leicht.
Als erstes geht es darum, woher der Kunde kommt, das legt die Sprache und Ansprüche fest - wahrscheinlich auch den Preis. Diese sind grundsätzlich nicht angeschrieben und wer danach fragt, hat schon verloren.
 
 
 
 
 

Grand Basar



Etwas außerhalb des Grand Basars habe ich dann auch einen brauchbaren Souvenir-Teelöffel für meine Sammlung gefunden. Der Verkäufer begann gleich mal mit einem Preis von 100 Lira (ca 75 Euro!!), korrigierte aber im gleichen Atemzug auf 25 Lira. Schließlich einigten wir uns auf 15 Lira.. Warum nur habe ich heute das Gefühl zuviel gezahlt zu haben ?
Manchmal ist es gar nicht einfach solche aufdringlichen Kerle los zu werden. Ein Schuhputzer ließ mich nicht gehen, bevor er meine Schuhe mit "Spezialcreme" gewichst hatte, und ich 5 Euro bezahlt hatte. "Zehn Kinder hungrig" war sein Spruch - an dem kommst du nicht vorbei.
 
 
 
 
 
 

Grand Basar

 
Leider bot auch diese Vielfalt an hunderten kleinen Geschäften keine Auswahl und Möglichkeit zum Vergleich. Alle Souvenirhändler hatten die gleichen billigen Messing-Öllampen und Wasserpfeifen, überall die gleichen Schachspiele und kein einziger hatte ein Backgammon-Spiel ohne die blöde Klappbox. Ich hätte tatsächlich eines gekauft, wenn das Spielbrett eben gewesen wäre und man die Spielsteine nicht über den Rahmen heben müßte.

So blieb es dann bei einer Box Turkish Delights und einer Packung türkischen Kaffees, welcher ohnehin der gleiche war, den ich schon zu Hause hatte - wie ich nachher feststellte.
  
 
 
 
  

Dolmabahce Moschee & Uhrturm 
 
Unsere Vertretung hatte auch eine Bootsfahrt durch den Bosporus organisiert. Draußen war es recht kalt, so blieben wir nicht lange auf Deck, sondern gingen hinein, sobald es finster wurde.
Vom Wasser aus hatte man einen schönen Blick auf die Gebäude an den Ufern, wie auf die kleine
Dolmabahce Moschee und den kleinen Uhrturm daneben. 
 
 

Beylerbeyi Palace

Der Beylerbeyi Palace am asiatischen Ufer wurde unter Sultan Abdülmecit I. errichtet und im Jahre 1856 vollendet. Dem Sultan erschien der Topkapi-Palast zu altmodisch. So diente das Gebäude bis 1876 als offizielle Residenz der Sultane, 1877 wurde hier das erste türkische Parlament eröffnet. Er ist heute noch Schauplatz repräsentativer Staats-empfänge.
 
 

Sunset





Der Sonnenuntergang am Bosporus zeigte die Syline von Istanbul und eine der drei Brücken zwischen Europa und Asien
 
 
 
 
 
 
 
 
 


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