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© Manfred Bittner 2011
Berlin
Bilder zum Vergrößern bitte anklicken
Ende Mai 2006 nutzte ich die Gelegenheit eines Kurzurlaubs für eine Reise nach Berlin und Dresden.
Aufnahmen aus Dresden finden Sie auf einer eigenen Seite. Zunächst sehen wir uns ein wenig in Berlin
um:
Berlin ist Bundeshauptstadt und ein eigenständiges Land der Bundesrepublik
Deutschland. Es ist die bevölkerungsreichste und flächengrößte Stadt Deutschlands.
Historisch war Berlin mehrfach Hauptstadt deutscher Staaten, wie die des
Markgrafentums bzw. Kurfürstentums Brandenburg, des Königreiches Preußen, des
Deutschen Reiches oder der DDR (nur der damalige Ostteil der Stadt). Seit der
Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 ist Berlin gesamtdeutsche Hauptstadt und durch
den Beschluss des Deutschen Bundestages von 1991 nimmt die Stadt seit 1999 auch die
Funktion als Parlaments- und Regierungssitz Deutschlands wahr.
Zirka 3,4 Millionen Menschen leben hier auf 892.000 km², das entspricht einer Bevölkerungsdichte von
3809 EW/km². Berlin zählt damit zu den dichtbesiedeltsten Städten Europas.
Die Stadt Cölln, Teil der Doppelstadt Berlin-Cölln (auf der Spreeinsel gelegen), wurde 1237 erstmals
urkundlich erwähnt, im Jahr 1244 folgte dann die Erwähnung Berlins, welches sich an dem nördlichen Ufer
der Spree befand. Die beiden Städte bekamen 1307 ein gemeinsames Rathaus. Der Name Berlin hat
nichts mit dem Bären im heutigen Stadtwappen zu tun. Er geht vermutlich auf die slawische Silbe berl
(Sumpf) zurück.
Der Alexanderplatz wurde als Stauraum vor dem Oderberger Tor in der mittelalterlichen Stadtbefestigung
Berlins erstmalig zum Ende des 13.Jh. erwähnt.
Er wurde als Viehmarkt gebraucht, zu dem in der zweiten Hälfte des 18. Jh. noch ein Wollmarkt
hinzukam. Bis Anfang des 19.Jh. war er als Ochsenplatz oder Ochsenmarkt bekannt. Ab Ende des 18.Jh.
nannte man ihn auch Paradeplatz, da dort, wie an so vielen Plätzen Berlins, Exerzierübungen der
Streitkräfte stattfanden.
Zu Ehren des russischen Zaren Alexander, der im Frühjahr 1805 Berlin einen Besuch abhielt, bekam er
seinen heutigen Namen. Die 1969 aufgestellte Weltzeituhr ist heute eines der bekanntesten Wahrzeichen
Berlins.
Nicht weit neben dem Alexanderplatz steht der 368 m hohe Fernsehturm. Von hier hat man den besten
Blick auf Berlin.
In der verglasten Kugel in 207,5 m Höhe befindet sich ein Café, welches sich in einer Stunde um 360
Grad dreht. Dadurch kann man den Cafébesuch im Fernsehturm wunderbar mit einer Rundschau über
ganz Berlin verbinden. Wenn Sie nur die Aussicht vom Fernsehturm genießen möchten, genügt auch ein
Besuch der darunter liegenden Aussichtsebene.
Am 3. Oktober 1969 wurde der Turm nach 53-monatiger Bauzeit in Betrieb genommen
und ist seitdem eines der Wahrzeichen der Stadt. Wegen der Fußball-WM, die 2006 in
Deutschland stattfand, hatte man die Kugel mit Telekom-Magenta wie einen Fußball be-
klebt.
Die wohl bekannteste Straße Berlins, "Unter den Linden" verläuft im Bild von der linken unteren Ecke
nach rechts oben. In der Bildmitte kann man auch das Brandenburger Tor gut erkennen. Das Gebäude
des Reichstages liegt gleich hinter dem häßlichen kastenförmigen Gebäude in der rechten Bildhälfte.
Bekannteste und wohl am meisten besuchte Sehenswürdigkeit Berlins ist das
Brandenburger Tor. Schon 1734 wurde hier ein Vorgängerbau des heutigen
Brandenburger Tores als Stadttor an der Straße nach Brandenburg an der
Havel errichtet.
Mit dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 stand das Bauwerk
mitten im Sperrgebiet und konnte nicht durchquert werden. Nur die
ostdeutschen Soldaten konnten an das Bauwerk heran.
Der evangelische Berliner Dom steht auf der Spreeinsel und war ursprünglich die Hof- und Denkmals-
kirche der Hohenzollern. Unter der Kirche befindet sich die Gruft der Hohenzollern. Mit dem Bau wurde
1894 begonnen und 1905 wurde der Dom eingeweiht.
Im 2. Weltkrieg schwer beschädigt, wurde die Kirche von 1974 bis 2002 wieder renoviert, allerdings unter
teilweise starker Vereinfachung und weitgehender Zerstörung des Außenbaus.
Von innen kann die Kirche gegen eine Eintrittsgebühr ebenfalls besichtigt werden. Besonders schön sind
die Mosaiken in der Kuppel, wo acht Seligpreisungen aus der Bergpredigt zu sehen sind. Für die
Erhaltung des Bauwerkes benötigte man im Jahre 2002 täglich rund 8665.-Euro.
Die ebenfalls evangelische Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, steht auf dem heutigen Breitscheidplatz
am Kurfürstendamm in Berlin-Charlottenburg. Sie wurde 1891-1895 errichtet und der Turm der Kirche
war mit 113 m der größte in der Stadt.
1943 wurde die Kirche bei Bombenangriffen weitgehend zerstört. Über Abriss und Re-
novierung entstand ein heftiger Streit, bis man sich schließlich auf einen Kompromiss
einigte. Die 68 Meter hohe Ruine des alten Turms blieb, bautechnisch gesichert, als
Mahnmal gegen den Krieg erhalten, umgeben von einer neuen Kirche, einem
vierteiligen Bauensemble nach den Entwürfen Egon Eiermanns, das zwischen 1951 und
1961 entstand.
Das KaDeWe gilt heute als das größte Kaufhaus in Europa und hat damit auch Harrod's in London hinter
sich gelassen. In dem 1907 gegründeten Kaufhaus des Westens arbeiteten im Geschäftsjahr 2008 mehr
als 2000 Personen, davon etwa 1600 eigene Mitarbeiter und rund 500 Angestellte von Fremdfirmen auf
einer Fläche von ca. 60.000 m², das entspricht einer Fläche von neun Fußballfeldern. Sehr bekannt ist
auch die sechste der sieben Etagen, die Feinschmeckeretage mit einem internationalen Angebot von
Delikatessen und feinen Imbissmöglichkeiten.
Der Gendarmenmarkt im Bezirk Mitte gilt vielen als schönster Platz Berlins. Zentrales Gebäude ist das
Konzerthaus, das an der Nordseite (s. Bild) vom Französischen Dom, und auf der Gegenseite vom
Deutschen Dom flankiert wird. Den heutigen Namen erhielt er, als der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I.
im Jahre 1735 Stallungen für das Kürassierregiment der „Gens d'armes“ errichten ließ.
Anfang des 19. Jahrhunderts war der Potsdamer Platz nichts weiter als ein fünfeckiger Verkehrsknoten-
punkt an der alten Reichsstraße 1, die Ostpreußen mit dem Rheinland verband. 1838 erlangte der Platz
größere Bedeutung, als der Potsdamer Fernbahnhof errichtet wurde.
1902 kam der westliche Endpunkt von Berlins erster U-Bahn-Linie hinzu. Nun entstanden rund um den
Platz viele Gastronomiebetriebe und Hotels. Ein weiteres bekanntes Gebäude am Potsdamer Platz war
das Vox-Haus. Es wurde nach dem Ersten Weltkrieg zum Funkhaus umgebaut und war 1923 die
Geburtsstätte des deutschen Rundfunks.
Wegen des großen Verkehrsaufkommens ließ die Stadtverwaltung hier schließlich im Jahr 1924 die erste
Verkehrsampel in Deutschland errichten. Die ursprüngliche Signalanlage wurde 1936 demontiert, man
kann heute nur noch einen Nachbau sehen.
Bis 1940 war der Platz einer der belebtesten Plätze Europas. Nach der Bombardierung
durch die Alliierten im 2. Weltkrieg lag er jedoch zur Hälfte in Trümmern. Nach dem Ende
des Krieges wurde der Platz zum "Dreiländereck" zwischen dem britischen,
sowjetischen und dem amerikanischen Sektor, wodurch sich ein blühender Schwarz-
markt etablierte.
1961 wurde der Platz durch die Berliner Mauer geteilt und damit zum Grenzgebiet. Mitte der 70er Jahre
wurden dann auch noch nahezu alle übriggebliebenen Gebäude abgerissen. Während der 90er Jahre
mutierte der Potsdamer Platz zur „größten Baustelle Europas“. In den häßlichen Hochhäusern residieren
heute die Deutsche Bahn und das Daimler-Chrysler Financial Center. Im 101 m hohen Kollhoff-Tower
befindet sich der angeblich schnellste Aufzug Europas und von der Dachterrasse hat man einen tollen
Blick über die Stadt. Im Sony-Center ist die Zentrale von Sony für Europa untergebracht.
Die modernen Bauten passen so ganz und gar nicht das restliche Stadtbild und ich fand den ganzen Platz
viel zu kalt, da man auch mit der Bepflanzung extrem sparsam war.
Auf dem Potsdamer Platz findet man außerdem noch einige Stücke der Berliner Mauer, deren ehemaliger
Verlauf durch Markierungen im Boden gekennzeichnet ist. Zwischen einigen Betonelementen wurden
Schautafeln angebracht, welche mit Bildern und Texten die Ereignisse und das Leben zur Zeit des
getrennten Berlin darstellen.
Ungefähr 400 m von diesem Platz entfernt befindet sich das Areal des "Denkmals für die ermodeten
Juden Europas".
2711 Stelen aus Beton stehen auf einer gewellten Gundfläche. Die Stelen sind bis über 4 m hoch, innen
hohl, und zwischen 0,5 und 2 Grad geneigt.
Alle Betonklötze haben den gleichen Grundriss von 2,38 x 0,95 Meter. Zwischen den parallelen Reihen
befindet sich jeweils ein 0,95 m breiter gepflasterter Gehweg, der eben Platz für eine Person bietet. Die
Anzahl der Stelen und deren Abmaße haben keine symbolische Bedeutung und ergaben sich aus dem
zur Verfügung stehenden Platz. Das "Kunstwerk" wurde am 10. Mai 2005 eingeweiht.
In der Zielsetzung wird das Denkmal unter anderen vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma kritisiert,
da zwar der ermordeten Juden Europas gedacht werde, nicht aber anderer Opfer des NS-Regimes, die
ebenfalls im Holocaust ihr Leben ließen.
Für den Fotografen bieten sich in dem weiten Stelenfeld interessante Blickwinkel, welche je nach
Tageszeit und Beleuchtung immer neue Motive eröffnen. In besonderem Kontrast stehen dabei das Grau
des Betons und das Grün der Bäume.
Der Bau der Anlage kostete 27,6 Millionen Euro, darin enthalten ist auch ein 930 m² großes Museum
unter dem Denkmal, in welchem sich auch ein Vortragssaal und ein Buchladen befindet. Das Museum
enthält unter anderem auch eine Liste der Namen aller bekannten jüdischen Opfer des Holocaust.
Die Alte Nationalgalerie steht auf der sogenannten Museumsinsel. Vom Berliner Dom gelangt man durch
den Lustgarten zum Alten Museum. An der Nordspitze der Spreeinsel finden sich noch das Pergamon-
und das Bodemuseum.
Neben dem Brandenburger Tor findet man schnell das Gebäude des Reichstags. Seine Errichtung wurde
im Jahre 1871 vom deutschen Reichstag beschlossen, dennoch sollte es noch bis Ende 1894 dauern, bis
das Gebäude eröffnet wurde. Bei der Grundsteinlegung am 9. Juni 1884 zersprang der Hammer, mit dem
Kaiser Wilhelm I. den Grundstein "absegnete".
Sein Nachfolger, Wilhelm II. mischte sich sehr in die Bauarbeiten ein und bezeichnete das neue Gebäude
abfällig auch als "Reichsaffenhaus".
Schräg gegenüber vom Reichstagsgebäude steht das Bundeskanzleramt. Bis zur Übersiedelung der
Regierung nach Berlin war das Palais Schaumburg in Bonn der Regierungssitz der Kanzler. Ab 2001
sind die Büros nun in diesem Gebäude untergebracht. Im Volksmund wird es auch wegen seiner
eigenwilligen Architektur als "Elefantenklo" oder "Kanzlerwaschmaschine" bezeichnet.
Als eines der größten Regierungshauptquartiere der Welt ist es achtmal so groß wie das Weiße Haus in
Washington.
Die neuartige begehbare gläserne Kuppel des Reichstags ist ein neues Wahrzeichen
für Berlin. Sie dient zugleich auch der Beleuchtung und der Belüftung des Plenarsaals.
Das Tageslicht wird über viele kleine Spiegel in trichterförmiger Anordnung von der Kuppel
in den Plenarsaal gepiegelt. Ein Schirm mit elektronisch gesteuerten Lamellen
verhindert die Blendung durch starkes Sonnenlicht.
Der Besucher kann nach einer strengen Sicherheitskontrolle mit einem Aufzug bequem auf das
begehbare Dach des Reichstags gelangen und die Kuppel über einen spiralförmigen Gehweg bis oben
hin erkunden. Von hier hat man auch eine sehr gute Aussicht über den Spreebogen mit dem Kanzleramt
und dem neuen Lehrter Bahnhof.
Die Hackeschen Höfe liegen in der historischen Spandauer Vorstadt in Berlin-Mitte, unweit des sog.
Scheunenviertels. Sie bilden das größte geschlossene Hof-Areal Deutschlands und stehen heute unter
Denkmalschutz.
Friedrich der Große beauftragte 1750 seinen Stadtkommandanten Hans Christoph Graf von Hacke,
einige Freiflächen des halb entwickelten Vorstadtviertels bebauen zu lassen. Dabei entstand ein
Marktplatz, der nach dem Grafen benannt wurde, der heutige Hackesche Markt. Im 19. Jh. wurde das
übervölkerte Scheunenviertel zum sozialen Problemfall, zum Armenhaus Berlins.
Seit Abschluss der Sanierung sind die Hackeschen Höfe einer der teuersten und bekanntesten
Immobilien Berlins und eine vielbesuchte Sehenswürdigkeit, die offensichtlich auch auf die Entwicklung
der näheren Umgebung anregend gewirkt hat.
Das heutige Schloss Charlottenburg geht auf das Sommerschloss Lützelburg zurück, welches die Gattin
des Kurfürsten Friedrich III. von Brandenburg, Sophie Charlotte errichten ließ. Nach seiner
Fertigstellung im Jahre 1699 wurde es in den folgenden Jahren zu einer repräsentativen Anlage erweitert.
In diesem Schloss befand sich auch das berühmte Bernsteinzimmer.
In diesem Bernsteinzimmer gab es eine komplette Wandvertäfelung aus Bernstein,
die auch als "das achte Weltwunder" bezeichnet wurde. Es wurde von 1701 bis 1709 in
Danzig und Königsberg von den Bernsteinmeistern Gottfried Wolffram, Ernst
Schacht und Gottfried Turau angefertigt. Entworfen wurde es von dem Architekten und
Bildhauer Andreas Schlüter. Nach dem Tode Friedrichs I. im Jahre 1713 führte
Charlottenburg unter dessen Nachfolger Friedrich Wilhelm I. ein Schattendasein. Dieser
machte dem russischen Zaren Peter dem Großen das Bernsteinzimmer im Jahr 1716
zum Geschenk.
Nach der teilweisen Zerstörung während des 2. Weltkrieges wurde das Schloss nach
1945 wieder aufgebaut und dient heute als Museum. Zwischen 2004 und 2006 wurde es
auch vom deutschen Bundespräsidenten genutzt, während der Amtssitz Schloss
Bellevue renoviert wurde.
Eine weitere Attraktion in Berlin ist der zoologische Garten. Durch das Elefantentor gelangt man in
Deutschlands ältesten Zoo, welcher auch der artenreichste der Welt ist. Er wurde 1844 gegründet und
beherbergt heute auf 33 ha über 14000 Tiere aus 1520 Arten.
Die beiden Pandabären "Bao Bao" und "Yan Yan" verweigern trotz aller Massnahmen hartnäckig die
Fortpflanzung. Dennoch sind die in China als heilig verehrten Bären die Lieblinge der Zoobesucher.
Ein besonders freizügiges Becken und Gehege haben die Seelöwen zum Spielen und Herumtollen.
Das Antilopenhaus wurde im Jahre 1871 errichtet und wegen des exotischen Stils schnell zu einer
bekannten Sehenswürdigkeit. Heute sind in dem Gebäude die Giraffen untergebracht.