mein Reisebilderbuch Manfred Bittner
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Spanien - Fuerteventura
Windmühle bei Tefia Fuerteventura Tindaya, Kapelle Tindaya La Oliva Windmühle nahe Tefia, Alcogida Fähre Lanzarote-Fuerteventura Jean de Béthencourt Lavastrom - Bild aus dem Web Corralejo Tindaya, Vulkan Ecomuseo Alcogida Ecomuseo Alcogida Ecomuseo Alcogida Ecomuseo Alcogida Ecomuseo Alcogida Ecomuseum Alcogida Tegú, Passhöhe Bétancuria Tegú, Passhöhe Tegu, Passhöhe Bétancuria, Souvenirladen Nuestra Señora de la Conception Bétancuria Nuestra Señora de la Conception Wappen Betancuria Nuestra Señora de la Conception Bergstraße nach Pájara, Atlashörnchen Bergstraße nach Pájara Bergstraße nach Pájara Pájara, Nuestra Señora de Regla Pájara, Nuestra Señora de Regla Molino de Antigua Nuestra Señora de la Antigua Nuestra Señora de la Antigua Straße nach Puerto del Rosario Straße FV-1 nach Corralejo Straße FV-1 nach Corralejo Straße FV-1 nach Corralejo Straße FV-1 nach Corralejo Sanddünen an der FV-1 Sanddünen an der FV-1 Blick zurück von der Fähre Corralejo Corralejo Corralejo
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Ecomuseo Alcogida
Die Insel Fuerteventura ist eine der Kanarischen Inseln im Atlantischen Ozean, westlich der marokkani- schen Küste. Mit einer Fläche von rund 1660 km² ist sie nach Teneriffa die zweitgrößte Insel des Archipels. Fuerteventura hat etwa 110.000 Einwohner. Die Hauptstadt ist Puerto del Rosario in welcher ungefähr 38.000 Einwohner leben. Bei einem Tagesausflug von Lanzarote aus habe ich auf einer kleinen Rundfahrt  die nördlichen zwei Drittel der Insel im Jahre 2012 ein wenig kennengelernt. Die Hin- und Rückfahrt inkl. Auto mit der Fähre kostete 74,- Euro und dauerte je eine knappe halbe Stunde. Fuerteventura ist die älteste Insel der Kanaren, sie entstand vor etwa 20,6 Millionen Jahren. Der Großteil der Inselmasse ist ca. 5 Millionen Jahre alt und mit der Zeit stark erodiert. Sie erstreckt sich über rund 100km und ist bis zu 31km breit, die höchste Erhebung ist der Pico de la Zarza mit 807m. Wie auf Lanzarote gibt es auch hier kaum Vegetation, nur in den Touristenzen- tren sieht man Palmen und andere Pflanzen, die meist mit den Abwässern der Hotels bewässert werden. Besiedelt wurde Fuerteventura etwa 3000 v.Chr. von den Guanchen, den kanarischen Ureinwohnern. Im 11.Jh. v.Chr. kamen vermutlich die Phönizier hierher, und um 850 v.Chr. erwähnte Homer die Kanarischen Inseln. 1402 brach der Normanne Jean de Béthencourt zu seiner Expedition von Lanzarote aus auf, das er vorher unterworfen hatte und gründete die Sied- lung Betancuria als Hauptstadt. Im frühen 18.Jh. misslang der Versuch von britischen Korsaren (Piraten), die Insel einzunehmen. Während des 17. und 18.Jh. wurde auch Fuerte- ventura immer wieder von Freibeutern überfallen. Im Jahre 1835 wurde Puerto del Rosario Hauptstadt. Die Fähre von Playa Blanca auf Lanzarote legt in Corralejo an, der nördlichsten Stadt der Insel. Mit mei- nem Navigationsgerät fand ich aus dem Gewirr von Gassen und Straßen den Weg Richtung Süden und erreichte La Oliva. Das Stadtbild von La Oliva wird von dem beeindruckenden Glockenturm der Pfarrkirche Iglesia de Nuestra  Senora de la Candelaria dominiert. Zahlreiche historische Gebäude weisen noch heute auf die Zeit hin, in der La Oliva Hauptsitz einiger Militäroberhäupter war.      Ich folgte der Straße FV-10 nach Tindaya. Außer der kleinen Kirche gab es hier nicht viel zu sehen, so ging es weiter nach Tefia. Hier gab es eine schöne Windmühle zu bestaunen und das Ecomuseo de Algocida, ein Bauernmuseum wo Handwerkskunst und Lebensweise der Bevölkerung Fuerteventuras in früheren Jahren gezeigt wird.  Das Museum ist sehr interessant und man kann live z.B. beim Brotbacken, Töpfern, Korbflechten oder Sticken zusehen. Die Landschaft in dieser Region ist leicht wellig mit einigen Vulkankegeln und bietet nicht viele Motive für den Fotografen. Da ist das Freilicht-Museum eine willkommene Abwechslung. Für nur 5,- Euro kann man sich auf dem Gelände ungehindert bewegen und die restaurierten Gebäude in Ruhe betrachten. Nach dem Besuch des Museums hielt ich mich rechts und folgte der FV-30 in die Berge um nach Betancuria zu kommen. Dabei kam ich über den Bergpass Morro Velosa mit einem schönen Aussichtspunkt. Dieser wurde von der Architektin Blanca Cabrera unter der künstlerischen Leitung des auf Lanzarote geborenen Künstlers César Manrique, auf der Spitze des 645m hohen Vulkankegels Tegú errichtet. Vom Café, hat man durch riesige Panoramafenster einen wunderbaren Ausblick auf die beiden Ortschaften Valle de Santa Inés und Llanos de la Concepción - sofern das Gebäude nicht wegen Renovierung ge- schlossen ist. Am Pass selbst stehen zwei überlebensgroße Bronzestatuen der legendären Könige Ayoze und Guise, die zur Zeit der spanischen Invasion geherrscht hatten.      Betancuria wurde 1404 von Jean de Béthencourt, und seinem Gefährten Gadifer de la Salle gegründet. Seit ihrer Gründung war sie Hauptstadt der Insel. 1834 wurde Antigua Regierungszentrum und seit 1860 ist Puerto del Rosario Inselhauptstadt. Der Ortskern ist der älteste der Insel und steht unter Denkmalschutz. Der Ort ist von fast 700m hohen Bergmassiven umgeben, die in früheren Zeiten einen guten Schutz vor Piratenangriffen darstellten. Trotzdem wurde der Ort im Jahre 1593 bei einem Angriff durch Freibeuter nahe- zu völlig zerstört. Schon von weitem sichtbar ist die Pfarrkirche, welche im 17.Jh. errichtet wurde. Die Iglesia Nuestra Señora de la Conception ist ein wehrhafter Kirchenbau, in welchen sich die Bewohner bei Überfällen zurückziehen konnten. Das älteste Gebäude des Ortes, die Casa Santa Maria, beherbergt heute ein Spezialitätenrestaurant, ein kleines Kunsthandwerksmuseum und einen Souvenirladen. Nach Betancuria führt die FV-30 durch eine romantische Berglandschaft immer wieder leicht bergab und bergauf zu schönen Aussichtspunkten. An der Bezirksgrenze kann man auf einem Parkplatz eine Rast einlegen und mit etwas Glück die Atlashörnchen (Atlantoxerus getulus) beim Herumtollen beobachten. Die Tiere sind hier recht zutraulich und lassen sich gerne auch füttern. Wenn die Berge dann weiter gegen Süden nicht mehr so hoch sind, kommt man nach Pájara. Der Name kommt vom andalusischen Dialektwort für Rebhuhn, es soll hier viele Rebhühner gegeben haben. Pájara wird erstmals 1612 erwähnt. Mit dem Bau der Kirche Nuestra Señora de Regla wurde im Jahr 1645  begonnen, 1687 wurde sie fertig gestellt, das zweite Kirchenschiff kam im 18.Jh. dazu. Interessant ist das Eingangsportal der Kirche mit aztekischen Motiven. Da es nun schon früher Nachmittag war und ich noch den ganzen Weg nach Norden vor mir hatte, schenkte ich dem Ort Tuineje nicht viel Auf- merksamkeit und nahm Kurs auf Antigua. Am nördlichen Orsteingang kann man eine besonders schöne Windmühle  bewundern. Um diese herum ist ein kleines Museumsdorf mit einer archäologischen Sammlung und einem Kakteengarten entstanden. Im Zentrum des Ortes befindet sich inmitten eines herrlichen Parks mit subtropischen Pflanzen die Pfarrkirche Nuestra Señora de la Antigua.      Durch den Ort Casillas del Angel fuhr ich dann geradewegs nach Puerto del Rosario. Nachdem es gemäß Reiseführer in der Inselhauptstadt wenig Interessantes zu sehen gab, hielt ich mich hier nicht länger auf und nahm die FV-1 nach Norden. Diese verläuft entlang der Küste und soll einer der Höhepunkte jeder Inselrund- fahrt sein. Dafür wollte ich mir ausreichend Zeit nehmen. Anfangs geht es noch durch ziemlich trostloses und ödes Land, wobei man gelegentlich eine gute Aussicht  auf die Berge und die Küste hat. Nach etwa 15 km beginnt dann eine einzigartige Dünenlandschaft. Schilder warnen vor Schleudergefahr durch “Sandverwehungen”. Auf dem Foto ist ein leichter Schleier auf der Fahrbahn erkennbar, Sand, welchen der starke Wind ins Meer bläst. Besonders in der unmittelbaren Nähe zu Corralejo sind die Strände des Dünengebietes El Jable mit dem feinen Sand sehr beliebt. Trotz des stetig blasenden starken Windes genoss ich die Landschaft und konnte mich am strahlend blauen Meer kaum sattsehen. Da ich meine Fähre - es war die letzte, die an diesem Tag nach Lanzarote zurückfuhr - nicht verpassen wollte, wurde es langsam Zeit in Richtung Hafen aufzubrechen. Vorher wollte ich noch eine Runde durch Corrallejo spazieren und viel- leicht wo gemütlich etwas trinken. So fuhr ich weiter und mein Navigations- gerät führte mich wieder dahin, wo meine Rundreise auf Fuerteventura begonnen hatte.
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