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© Manfred Bittner 2011
Norwegen
Im Mai 2008 wurde ich eingeladen, für unsere Kollegen in Oslo eine 2-tägige Schulung zu veranstalten. Es
war nicht das erste Mal, dass ich in dieser Stadt war. Schon im Herbst 2005 hatte ich beruflich hier zu tun.
Allerdings waren da die Tage kurz und ich konnte die Stadt nur abends und nachts besichtigen. Dafür hatte
ich dieses Mal viel mehr Zeit und Licht für ausgiebiges Sightseeing.
Die Hauptstadt Norwegens hieß zwischen 1624 bis 1877 auch Christiania, danach Kristiania
(bis 1924). Oslo soll im Jahre 1048 von König Harald III. gegründet worden sein. Das steht
zumindest in der Heimskringla, der Geschichte der norwegischen Könige. Bei Ausgrab-
ungen wurden allerdings christliche Gräber aus der Zeit um das Jahr 1000 gefunden.
Um 1299 machte König Håkon V. die Stadt zur Hauptstadt und ließ die Festung Akershus
errichten. Im Hochmittelalter hatte Oslo ca. 3500 Einwohner und war eine wichtige
Kaufmanns- und Residenzstadt. Heute zählt die Stadt rund 560.000 Bewohner und ist da-
mit eine der kleinsten Hauptstädte Europas.
Einen schönen Blick auf das Stadtzentrum mit dem Rathaus und die Bucht Pipervika hat man von der
Akershus Festung (Foto ganz oben).
An den Bootsstegen vor dem Rathaus kann man viele kleine und größere Boote sehen. Von hier starten
auch verschiedene Fjord- und Stadtrundfahrten mit dem Schiff, Boot oder auch mit einem Bus. Die Touren
dauern zwischen 50 Minuten und 7,5 Stunden. Die vielen Boote bieten immer interessante Fotomotive.
Viele Bewohner der Stadt leben auch auf den Inseln im Fjord und pendeln täglich mit dem Boot zur Arbeit.
Andere halten sich nur während der Sommer-Monate auf den Inseln auf.
Die Karl Johans Gate ist die Haupt-Einkaufs-Straße und Fußgängerzone in Oslo. Sie verläuft in gerader
Linie vom Hauptbahnhof zum Parlament. Auf dem Bild erkennt man den Bahnhof als gelbes Gebäude am
Ende der Straße.
Hier kann man entspannt bummeln und in den vielen Gaststätten Hunger und Durst stillen.
Das Parlament heißt auf norwegisch Stortinget, was etwa soviel bedeutet wie große Versammlung.
169 Abgeordnete verteilen sich auf 7 Fraktionen.
Zwischen Parlament und dem Nationaltheater kann man sich in der Grünanlage Spikersuppa erholen.
Entlang dieser Anlage findet man das Grand-Hotel und Grand-Cafe, weitere Restaurants und in diesem
Gebäude auch das Hard Rock Cafe.
Die Stadt besteht aus einem harmonischen Mix aus alter und neuer Architektur, Parks, Hügeln, Museen,
Denkmälern, aber auch vielen Seen und Wäldern.
Das Nationaltheater wurde im Jahre 1899 eröffnet und hat mit seinen Klassik-Inszenierungen einen guten
internationalen Ruf. Vor allem die Werke Holbergs, Bjørnsons und Ibsens finden hier einen würdigen Platz
und gutes Publikum.
Das königliche Schloss ist eher schlicht und von einem schönen Garten umgeben. Das Königreich
Norwegen ist eine konstitutionelle Monarchie. Als König von Norwegen hat Harald V. vorwiegend
repräsentative sowie wichtige konstitutionelle Aufgaben.
Der Osloer Dom ist die größte Kirche der Stadt und wurde 1697 als dritte Kathedrale
von Oslo eingeweiht.
Hier heirateten 1968 der damalige Kronprinz und heutige König Harald V. von Norwegen
und seine bürgerliche Verlobte Sonja Haraldsen und im Jahre 2001 der Kronprinz
Haakon von Norwegen seine ebenfalls bürgerliche Verlobte Mette-Marit Tjessem-Høiby.
Seit August 2006 war der Dom für drei Jahre wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. So gibt es hier nur
ein Bild von meiner Reise im Herbst 2005.
Das neue Opernhaus ist seit April 2008 in Betrieb. Es gilt als das größte norwegisches Kulturprojekt der
Nachkriegszeit. Das einem treibenden Eisberg nachempfundene Gebäude ist 110m breit, 207m lang und
verfügt auf einer Fläche von 38.500 m² über mehr als 1500 Innenräume.
Die Fassade besteht zu 90% aus weißem italienischem Carrara-Marmor und zu 10% aus norwegischem
Granit.
Über den Bau eines neuen Opernhauses in Oslo war bereits Jahrzehnte diskutiert
worden, bevor 1998 die ersten Pläne für ein Gebäude aus Beton, Marmor und Glas
veröffentlicht wurden.
Im mit deutscher Eiche ausgestatteten Großen Saal befindet sich Norwegens
größter Kronleuchter, den Snøhetta in Kooperation mit dem Hadeland Glassverk
schuf. Er hat einen Durchmesser von sieben Metern und wiegt 8,5 Tonnen. 8500
Leuchtdioden sorgen für das Licht.
Da sich die komplizierte Bühnentechnik nicht rechtzeitig installieren ließ, musste die
für den Eröffnungsabend bestellte Oper "In 80 Tagen um die Welt" des norwegischen
Komponisten Gisle Kverndokk um mehr als ein Jahr verschoben werden.
Die Festung Akershus in Oslo liegt an der Ostseite des Oslofjordes auf der Halbinsel Akersnes. Der Bau
der Festung wurde im 13.Jh. unter dem König Håkon V. begonnen.
Unter Christian IV. wurde die mittelalterliche Burg in ein Renaissanceschloss umgewandelt und die
Befestigungsanlage erweitert.
Die Säle des Schlosses werden heute zu Repräsentationszwecken von der norwegischen Regierung
zugenutzt.
Außerdem beherbergt die Festungsanlage das Norwegische Widerstandsmuseum, das den Widerstand
gegen die deutsche Besatzung während des Zweiten Weltkrieges dokumentiert.
Auf der Bastion der Burg sieht man einige alte Kanonenrohre, welche auf nachgebaute Holzgestelle
montiert wurden. Von hier hat man auch einen schönen Blick auf die Aker Brygge und das Rathaus.
Die Aker Brygge, ein ehemaliges Weftgelände ist heute ein Spielplatz der modernen
Architektur. Das für manchen sicher etwas gewöhnungsbedürftige neue Einkaufszentrum
bietet dem Besucher auch viele Cafés und Restaurants.
Gerade während der Sommermonate ist die Aker Brygge ein beliebter Treffpunkt zum Flanieren und
Genießen. Kunstgalerien, Theater und ein IMAX-Kino locken viele Besucher an.
Hier leben ca. 5000 Menschen in den sehr modernen Häusern und es wird immer noch gebaut. Für
lächerliche 3,2 Mio Euro kann man sich hier ein 5-Zimmer-Apartment kaufen, drei Terrassen inklusive...
Autos gibt es hier keine, aber auf die Radfahrer und Skater sollte man dennoch ein Auge haben.
Für 210,- NKR (ca. 13,- €) habe ich mir dann eine kleine, 2-stündige Fjord-Rundfahrt geleistet. Das Wetter
war wechselnd bewölkt, doch weitgehend sonnig und die See war ruhig, so konnte ich einige schöne Fotos
vom Osloer Fjord machen. Im Bild ein alter Leuchtturm, der auch heute noch in Verwendung ist.
Über eine Länge von etwa 100 km Luftlinie in Süd-Nordrichtung gestreckt bildet der Oslofjord die Einfahrt
zur Hauptstadt des Landes. Mit ihren zahlreichen natürlichen Häfen, Nebenarmen und Abzweigungen bot
die Region um den Fjord bereits in der Eisenzeit günstige Voraussetzungen für eine Besiedelung.
Der Oslofjord ist eine wichtige Wasserstraße mit hohem Aufkommen an Fracht- und Passagierschiffen und
gleichzeitig sehr bedeutsam für die Naherholung an seinen Ufern wie auf dem Wasser. Viele wohnen hier
das ganze Jahr, andere nur in den Sommermonaten.
Bilder zum Vergrößern bitte anklicken