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© Manfred Bittner 2012
Südafrika
2002 wurden ich und ein Kollege nach Johannesburg in Südafrika eingeladen, um unsere
dortige Vertetung auf unseren Produkten zu schulen. Da wir bereits am Freitag angereist
waren, und der Aufbau für das Training nach unserer Ankunft bald beendet war, hatten wir
am Wochenende noch Zeit, um außerhalb der Stadt den weitläufigen Freizeitpark SunCity
zu besuchen.
SunCity ist eine eigene kleine Stadt, gut abgesichert und verfügt über ausgedehnte
Hotelanlagen, ein Casino, Golfplätze, Tierpark, Krokdilfarm, Minigolf und vieles mehr.
Unweit von dem Hotel-Resort befindet sich der Palace of Lost City.
Die Anlagen hier erinnern an die Filme von "Indiana Jones" oder "Die
verlorene Welt" und sind mit Restaurants, künstlichem Strand (mit einer
starken Wellenmaschine), Spielplätzen und Wasserpark ausgestattet.
Unser Hauptziel aber war der nahegelegene Pilanesberg Nationalpark. Das weitläufige
Hügelland ist von hohen Zäunen umgeben, um den Wilderern das Hinein- und den Tieren
das Hinauskommen zu erschweren.
Leider war das Wetter schon länger etwas regnerisch, so sahen wir nicht viele Wildtiere,
da sich diese dann meist in ihre Unterstände zurückziehen.
Der 55.000 ha große Nationalpark ist eines der größten Wildschutzgebiete Südafrikas und
die Heimat der "Big Five" sowie vieler verschiedener Antilopen- und Vogelarten.
Die "Big Five" sind Elefanten, Löwen, Leoparden, Nashörner und Büffel. Auch Impalas,
Giraffen, Gnus, Flusspferde und viele andere Tiere kann man mit etwas Glück und vor
allem mit viel Geduld hier antreffen.
Gegen Ende der Tour hatten wir das Glück, doch noch einen Elefanten aus nächster Nähe
beobachten zu können. Der Fahrer des Safari-Busses hatte den Motor abgestellt und wir
versuchten ganz still zu sein, um das Tier nicht aufzuschrecken oder zu stören. Auf keinen
Fall sollte man dabei vergessen, dass es sich um wirklich wilde Tiere handelt, die sehr
schnell angreifen, wenn sie sich bedroht fühlen.
Bei unserer Rückfahrt nach Johannesburg hielten wir
auch bei einem der zahlreichen "Street Markets", wo
sich entlang der Straße unzählige Verkaufsstände für
Souvenirs aneinanderreihen. Mein Kollege, der sich nur
kurz für eine Uhr interessiert hatte, wurde danach von
dem Händler bis zu unserer Abfahrt regelrecht verfolgt
und immer wieder angesprochen.
Ich erstand ein kleines Nashorn aus Malachit und für
unsere Kollegen kauften wir zwei geschnitzte Giraffen,
allerdings etwas kleiner als die auf dem Bild links.
Vor unserer Heimreise besuchten wir noch einen Vergnügungspark, der auf dem Gelände
einer stillgelegten Goldmine errichtet worden war. Hier in Gold Reef City gibt es auch
noch ein Casino, ein Freilichtmuseum mit einem kleinen Zoo und ein Schaubergwerk,
das wir auch besichtigten.
Im Freilichtmuseum kann man die nachgebauten Häuser aus der Kolonialzeit bewundern,
eigene "Fotopoints" ermöglichen es den Touristen, immer die gleichen Bilder zu machen,
was ich natürlich möglichst vermieden habe.
Natürlich konnten wir uns die Fahrt in die alte Goldmine nicht entgehen lassen. Wir wur-
den mit Ohrenstoppeln (Gehörschutz), Helm und Grubenlampe ausgerüstet und ein Fahr-
korb brachte uns hinunter zu dem Schaustollen. Dort warteten schon einige "Arbeiter" auf
die Besuchergruppen, um auf ein Zeichen des Führers den Presslufthammer in Betrieb zu
nehmen. Nun wussten wir, warum wir den Gehörschutz bekommen hatten. Dieser Krach,
die Hitze unter Tage und die Enge der Stollen und Vortriebe machten das Leben eines
Arbeiters hier zur Hölle.
Zum gemeinsamen Abendessen hatte unsere Vertretung einen Ausflug zum Monte Casino
organisiert. Hier fühlte ich mich wie in den Einkaufszentren von Las Vegas.
Dieser Nachbau hier hatte das Land Italien zum Thema und wir dinierten natürlich in einem
italienischen Restaurant.
Das Stadtzentrum von Johannesburg ist seit der Abschaffung der
Apartheid ziemlich verfallen und heruntergekommen. Straßenhändler -
meistens Schwarze - sieht man allerorts und es empfiehlt sich mit ge-
schlossenen Autofenstern und verriegelten Türen möglichst rasch
wieder in sicherere Gegenden zu fahren.
Selbst Brunnen und Statuen, welche in den städtischen Gärten aufgestellt waren, wurden
über Nacht abmontiert und fanden ihr Ende bei Altmetallhändlern. Die namhaften Hotels
und Banken, welche das geschäftige Zentrum der Stadt einst prägten, sind in Vororte ab-
gewandert, wo strenge Sicherheitsvorkehrungen und private, bis an die Zähne bewaffnete
Wachdienste, das Eigentum besser schützen können.
Auch unser Hotel befand sich in einem solchen Vorort - Sandton - der
sich allmählich zu einem neuen Zentrum formt. In er Nähe des Hotels
konnten wir auch einmal kurz in einer Einkaufspassage bummeln.
In den Villenvierteln sieht man kein Haus oder Grundstück ohne hohe
Mauern mit drei-fachem, elektrisch geladenem Stacheldrahtzaun. Ich
würde mich in einem solchen gefängnisartigen Haus nicht wohlfühlen.
Pretoria oder Kapstadt sind sicher noch eine Reise wert, vielleicht
ergibt sich ja doch wieder einmal eine Gelegenheit...?
Bilder zum Vergrößern bitte anklicken