mein Reisebilderbuch Manfred Bittner
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China - Suzhou
Ende März bis Anfang April 2008 durfte ich für unsere Servicetechniker und Verkäufer in unserem neuen Werk in Changzhou wieder eine Schulung durchführen. An dem Wochenende hatten meine Kollegen für mich einen Ausflug nach Suzhou und Zhouzhuang organisiert. Ich hatte wieder meinen eigenen Chauffeur  und Fremdenführer, die mich zu diesen interessanten Orten brachten. Suzhou ist mit mehr als 2500 Jahren Geschichte eine der ältesten Städte  Chinas im Jangtse-Becken und liegt ziemlich genau auf halbem Weg zwi- schen Shanghai und Changzhou. Sie wurde als ‘Große Stadt von Helu514 v. Chr. durch den legendären König Helu von Wu gegründet. Im Jahre 589, während der Sui-Dynastie  wurde sie in Suzhou umbenannt. Marco Polo hat die Stadt 1276 besucht, auch durch die Seidenproduktion wurde sie bekannt. Die Stadt wurde von den meisten Kriegswirren wenig in Mitleidenschaft gezogen, daher sind noch viele der historischen Anlagen erhalten. Suzhou ist heute auch ein Zentrum der HighTech Industrie. Firmen wie Samsung, Logitech, Produktionsstätten von Apple, aber auch Robert Bosch GmbH, MTU-Friedrichshafen oder Schott AG. sind hier zu finden.

Neben dem Tiger-Hügel (Huqiu Shan) und dem Tempel des kalten Berges (HanShan Si) findet man hier

auch viele sehr schöne Gärten von kaiserlichen Beamten oder reichen Kaufleuten.

  Der Tiger Hügel war auch unser erstes Ziel. Der nur 38m hohe Hügel erstreckt sich über ein Gebiet von 14.100m². Die einen wollen hier am Grab des Königs He Lu (ca. 496 v.Chr.) einen weißen Tiger gesehen haben, andere meinen, der Hügel sähe aus der Luft einem Tiger ähnlich. Die genaue Herkunft der Bezeich- nung ist nach wie vor nicht klar. Die Geschichte des Hügels reicht bis zu 2500  Jahre zurück.   Der "Sword Testing Rock" - im Bild rechts - erzählt die Geschichte von König He Lu, der seltene und gute Schwerter sammelte. Man sagt, er hätte diese an jenem Stein geprüft. Der Spalt in dem Felsen ist der einzige Zeuge dieser Legende, die Schwerter selbst wurden nie gefunden, es heißt, sie würden als Grabbei- gaben unter dem Sword Pool liegen. Das Grab von König He Lu wurde allerdings bis heute nicht gefunden. Die Tiger Hill Pagoda steht auf der Spitze des Hügels und ist die älteste Pagode in der Umgebung von Suzhou. Sie wurde in der Northern Song Dynastie (959 - 961) als Teil eines Tempels errichtet. Sie ist 48m hoch und hat sich in den letzen hundert Jahren immer mehr Richtung Nordwesten geneigt. Ihr höchster Punkt ist derzeit ca. 2m von seiner ursprünglichen Lage entfernt. Für rund 80.- Euro (2008) kann man sich auch mit der Sänfte auf den Hügel tragen lassen. Suzhou hat heute ungefähr 10,5 Millionen Einwohner, davon leben ca. 2,1 Mio. in der Innenstadt. Das historische Zentrum der Stadt ist von vielen Kanälen durchzogen und wird deshalb auch ‘Venedig des Ostens‘ genannt. Südlich der Stadt liegt der Taihu (der Tai-See) der drittgrößte Binnensee Chinas. Der Hanshan-Tempel liegt nicht weit vom Stadtzentrum Suzhous entfernt. Das buddhistische Kloster kann auf eine 1400 Jahre lange Geschichte zurückblicken. Die Tempelanlage erstreckt sich auf einer Gesamt- fläche von 10.000m². Der Eingang zeigt nach Westen, da Buddha für Gläubige im Westen zu suchen sei. Das ist einzigartig, denn normalerweise ist der Eingang eines Tempels nach Osten oder Süden ausgerichtet. Eine riesige Buddha-Statue thront in der Mitte der Haupthalle des Klosters. Der Name des Klosters geht angeblich auf einen Wettbewerb zwischen zwei Mönchen zurück. Der eine hieß Han-Shan und der andere Shi-De. Einer von ihnen sollte der Abt des Klosters werden. Doch beide zierten sich. Da kam eine ältere Frau, die sagte, wer über Nacht eine Brücke über den Fluss vor dem Kloster zaubern könne, der solle der zukünftige Abt sein. Der Mönch Shi-De zog seine Robe aus und versuchte, sie in eine Brücke zu verwandeln. Doch der Wind blies heftig, und die aus der Robe verwandelte Brücke drohte zusammenzubrechen. Gerade in jenem Moment warf der andere Mönch Han-Shan seinen Stock und verwandeltete ihn in einen Baum. Anschließend neigte sich der Baum und wurde zu einer Brücke über den Fluss. Das beobachte die ältere Frau und urteilte dann, Meister Han-Shan sei überlegen, er solle der Abt sein.   Seitdem heißt das Kloster Han-Shan-Tempel. Und die Brücke, erzählt die Überlieferung weiter, hieß von da an Amber-Brücke, denn der Stock von HanShan soll aus Amberholz geschnitzt gewesen sein. Auch heute kann man noch die Statuen der beiden Meister sehen. Sie sehen deutlich freundlicher aus als die anderen Mönch-Statuen. Sie lächeln und strahlen große Gelas- senheit aus. Der eine hält eine Lotusblume in der Hand und der andere einen Kasten. Der Lotus und der Kasten, beides heilige Symbole im Buddhismus, symbolisieren Eintracht. Nach einer Fahrt durch die hoffnungslos verstopften Straßen Suzhous sah ich dann einen der berühmten Gärten dieser Stadt: Den ‘Garten des bescheidenen Beamten’ - The Humble Administrator's Garden. Die klassischen Gärten in China sind Paradiese für Geist und Seele, in denen man Schönheit, Erholung und inneren Frieden finden kann. In diesen Gärten werden meist Landschaften nachgebildet, in denen die Natur und die Kultur des Landes kunstvoll und vollkommen zu malerischen Bildern  verschmelzen. Im Streben nach Harmonie entstanden so diese architektonischen Meisterwerke, welche die Bedeutung der Schönheit der Natur in der chinesischen Kultur sehr gut widerspiegeln. Die Gärten wurden vom 11. bis zum 19. Jh. von kaiserlichen Beamten oder reichen Kaufleuten angelegt. Dieser Garten ist mit 52000m² der größte und ist im Welt-Kulturerbe ge- listet. Er wurde um 1509, zur Zeit der Ming-Dynastie (1368- 1644) von einem Beamten namens Wang Xianchen angelegt. Man sagt, er selbst sei trotz seiner vielen Verdienste nie gewürdigt worden und hätte deswegen seinem Garten diesen Namen gegeben. Der weitläufige Garten des bescheidenen Beamten hat einen östlichen, einen mittleren und westlichen  Garten. Das Hauptgebäude des östlichen Gartens ist die ‘Cymbidium Goeingii Hall (Lanxiang Tang). Der Celestial Spring Pavilion’ (Tianquan Ting) hat seinen Namen von einer alten Quelle in seinem Inneren, deren Wasser sehr süß schmeckt.      The ‘Hall of Distant Fragrance’ (Yuanxiang Tang) ist das wichtigste Gebäude im mittleren Garten. Der intensive Duft der vielen Lotosblüten ist zum Sommeranfang hier besonders gut zu genießen. Im westlichen Garten findet man auch einen sehr schönen Bonsai-Garten.
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