© Manfred Bittner 2011
Meine Kindheit
Ich wurde am 1. Oktober 1957 in Wien (Österreich) geboren, bin also eine
typische Waage im Sternzeichen. Nach den chinesischen Tierkreiszeichen bin
ich ein Hahn. Ich habe noch einen um ca. 2 Jahre älteren Bruder. Wir wuchsen
im 9. Wiener Gemeindebezirk auf, gleich hinter dem St. Anna Kinderspital. Die
Volksschule war sozusagen "gleich um die Ecke" in der Gilgegasse. Meine Er-
innerungen an diese Zeit bestehen hauptsächlich aus ein paar alten
Schulheften von damals und einigen wenigen Fotos.
Nach der Volksschule wechselte ich für ein Jahr in die Hauptschule der
Schulbrüder. Außer, dass unser Klassenvorstand "Bruder Severinus" hieß und
eine unendliche Geduld mit uns hatte, kann ich mich an nichts mehr erinnern.
Nachdem ich dort ziemlich gut abgeschnitten hatte, wechselte ich in die erste
Klasse des Piaristengymnasiums.
Dort verbrachte ich vier lange Jahre, die nicht unbedingt zu den Dingen in meinem Leben zählen, welche ich gerne wieder-
holen möchte. In der dritten und vierten Klasse hatten wir dann auch noch Latein auf dem Lehrplan, was absolut nicht mein
Fach war. Konjugieren, deklinieren und Vokabeln lernen war mir ein Gräuel.
Mit meinen Mitschülern verstand ich mich auch nicht so gut, so verkroch ich mich in mein Schneckenhaus und versuchte
alleine zurecht zu kommen. Das war nicht immer leicht, aber ich denke, es hat meine heutige Persönlichkeit nachhaltig
geprägt.
Nach dieser Zeit absolvierte ich noch ein Jahr an einer Fachschule, dem Technologischen Gewerbemuseum, das sich
damals noch in der Währingerstraße im 9. Wiener Gemeindebezirk befand, in der alten Exner'schen Lokomotivfabrik.
Die Jugendjahre
Nun machten wir (mein Papa und ich) uns auf die Suche nach einer geeigneten Lehrstelle. Schließlich fand sich bei der
Fa.Uher im 19. Bezirk eine Lehrstelle für Elektromechaniker. Nun hieß es jeden Morgen sehr früh aufstehen und zur Arbeit
gehen. Das war mir als Schlafmütze so gar nicht angenehm und immer wieder holte mich mein Papa im letzten Moment aus
dem Bett.
Mit Hilfe unseres Jugendvertrauensrates, der mit mir im gleichen Lehrjahr arbeitete, kam ich nach und nach wieder aus
meinem Schneckenhaus hervor und nahm mein Leben wieder in meine Hände. So kam es, dass ich die Berufsschule mit
Auszeichnung abschloss und auch die Lehrabschlussprüfung mit sehr gutem Erfolg ablegte.
Auch die Prüfung für den Führerschein stellte kein wirklich ernstzunehmendes Problem dar, ich hatte schon vor meiner
Lehrabschlussprüfung mit den Fahrstunden und dem Lernen begonnen.
Der Ernst des Lebens beginnt
Danach durfte ich 8 Monate beim österreichischen Bundesheer dienen, erst in Salzburg, dann in Groß Enzersdorf und
schließlich in Wien. In dieser Zeit habe ich mich bemüht, meine Führerscheinprüfung für das Heer zu vermasseln, weil ich
dann "zur besonderen Verwendung" eingeteilt würde und keinen spezifischen Dienst zu machen brauchte. So kehrte ich
Laub, pflanzte Rosen oder polierte die Fenster oder den Boden der Kaserne mit Geschirrspülmittel. Zuletzt kochte ich für die
Unteroffiziere Kaffee und gewöhnte mir dabei das Rauchen an...
Nach dem Abrüsten kehrte ich in meine Lehrfirma zurück. Drei Monate später wechselte ich dann zu Grundig Austria, wo
ich in der Produktion Baugruppen reparierte. Gleich nach meinem Eintritt begann ich am schon bekannten
Technologischen Gewerbemuseum ein Abendstudium für Berufstätige, Fachrichtung Nachrichtentechnik und Elektronik.
Das klappte erstaunlich gut, auch wenn ich jeden Tag von 17-21 Uhr die Schulbank drücken musste und die Wochenenden
mit Lernen ausgefüllt waren.
Als Grundig dann einen größeren Exportauftrag verlor, erhielt ich die Kündigung und machte mich auf die Suche nach einem
neuen Tätigkeitsfeld, welches meinen Schulbesuchen nicht entgegenstand.
Bei Fa.Kiepe Electric, die Elektro- und Elektronikteile für z.B. Straßenbahnen oder U-Bahnen herstellte, fand ich eine Stelle
in der Versuchswerkstätte. Als der Werkstättenleiter draufkam, dass ich die Schule machte, fürchtete er, ich würde seinen
Platz einnehmen und setzte alles daran, mich los zu werden. "Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne
Ende", sagte ich mir und ließ die Stelle nach sechs unangenehmen Monaten sausen.
Doch nun war guter Rat teuer. Die Situation am Arbeitsmarkt war nicht so rosig und es war schwer, eine passende, neue
Arbeit zu finden. Schließlich bewarb ich mich bei den Wiener Stadtwerken Verkehrsbetrieben. Die Arbeit war nicht wirklich
anspruchsvoll, ich durfte die Laufbacken der Weichen ölen, das ging recht fix und die Zeit bis Dienstschluss verbrachten wir
dann in irgendeinem Wirtshaus. Aber der Job war gut bezahlt und mit der Abendschule ging es auch gut voran. Das und
auch andere einfache Arbeiten machte ich dann ziemlich genau ein Jahr, bis ich zu einer Art Störungsdienst mit Früh- und
Spätschicht eingeteilt wurde, der den Besuch der Abendschule nahezu unmöglich machte. So quittierte ich meinen Dienst
und stand wieder auf der Straße.
Von Anfang Juni bis Ende Oktober 1982 war ich dann arbeitslos gemeldet. Die Leasingfirma, die mein Auto finanziert hatte,
schickte mir einen Rechtsanwalt auf den Hals, mein Konto war hoffnungslos überzogen und keine Chance auf Arbeit. Ein
Jahr vor meiner Abschlussprüfung war eine denkbar ungünstige Zeit, den richtigen Job zu finden.
Ich bewarb mich auch bei einer Fa.Lenz, welche die Generalvertretung der Fa.Sauter (hier in Albstadt/Ebingen) hatte, als
Servicetechniker. Das klappte endlich und bot auch gute Chancen für berufliches Weiterkommen nach meiner Prüfung. So
kam ich hier das erste Mal in Kontakt mit Waagen und Wägetechnik.
Neu motiviert schaffte ich die Matura (Abitur) mit gutem Erfolg (siehe Bild) und bekam drei Jahre später die Berechtigung
den Titel "Ingenieur" führen zu dürfen. In dieser Zeit wurde unsere Firma vollständig durch August Sauter übernommen und
ein Jahr später bekamen wir dann als die neue Firma Mettler Instrumente GmbH neben den Industrie und Handelswaagen
auch die Laborwaagen dazu, welche vorher von einer anderen Vertretung betreut worden waren. Unser ehemals kleines
Sechs-Personen-Unternehmen war beträchtlich gewachsen und ein neuer Geschäftsführer hatte die Leitung übernommen.
Als Mettler 1989 den amerikanischen Waagenhersteller Toledo Scales Corp. erwarb, wurde auch unsere Marktorganisation
in Mettler Toledo Österreich (MT-A) umgetauft. Wir bekamen den Auftrag, nach der Öffnung der Grenzen zu unseren Nach-
barländern in Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien und in Kroatien Handelsniederlassungen zu errichten. Da war ich
viel unterwegs um unsere neuen Mitarbeiter dort auszubilden. Da wir in vielen Fällen Eichzulassungen für unsere Geräte
benötigten, hielt ich auch engen Kontakt mit den dortigen Eichbehörden. Nebenbei machte ich den technischen Support,
so konnte ich mich über Arbeitsmangel nicht beklagen.
Ein neuer Anfang in alten Schuhen
Bald waren kaum mehr neue Mitarbeiter zu schulen, aber diese Tätigkeit machte mir große Freude, so versuchte ich 1992
bei Toledo in den USA eine Aufgabe als Produktsupporter / Trainer zu bekommen. Das war allerdings etwas zu früh, die
steckten noch mitten in den Umstrukturierungen, welche nach der Übernahme erforderlich waren. Erst 1994 (als ich mich
mit meinem Boss endgültig zerkracht hatte), bot sich die Gelegenheit, hier in Albstadt die Schulungen für die Industrie-
waagen zu übernehmen.
Ende Oktober 1995 übersiedelte ich mit all meinem Hab und Gut von Wien nach Albstadt, um bei der ehemaligen Firma
Sauter, der heutigen Fa. Mettler Toledo (Albstadt) als Trainer im Marktsupport zu arbeiten - mein Traumjob!
Dieser führt mich auch oft in fremde Länder, wo ich viele neue Leute kennenlernen kann, die ich bisher nur vom Telefon
oder per E-Mail kannte. Viele Bilder von diesen Dienstreisen finden sich auch in meiner Bildergalerie.
Meine Interessen, Sport und Kultur
Zu der Zeit, als ich mit meiner Lehre begonnen hatte, verbrachten wir die Wochenenden meist auf einem Campingplatz bei
Rappoltenkirchen (in der Nähe von Sieghartskirchen, westlich von Wien), wo wir einen Wohnwagen stehen hatten. Im Dorf
gab es auch im ehemaligen Meierhof eine Reitschule. Da machte es mir nichts mehr aus, am Sonntag sehr früh aufzu-
stehen und die Pferde zu füttern, den Stall auszumisten, die Tiere zu putzen und aufzusatteln. Dafür bekam ich dann auch
Reitstunden und durfte später mit ausreiten.
Mit einigen Unterbrechungen (Bundesheer - kein Geld, Auto gekauft -kein Geld) bin ich dem Reiten lange Zeit treu geblie-
ben. Eine Zeitlang bin ich dann in einer Reitschule in Brunn am Gebirge geritten, dann in Biedermannsdorf bei Wien. Dort
habe ich auch 1990 die Reiterpassprüfung erfolgreich abgelegt.
Nach meiner Übersiedlung nach Albstadt habe ich diesen Sport aber an den Nagel gehängt. Das Geld investierte ich lieber
in Möbel und Wohnungsausstattung.
Dafür kegle ich jetzt im Bezirk mit unserer Betriebssportgruppe. Wir treffen uns jeden Donnerstag abend
in einem Gasthof zum Training. Von Herbst bis ins Frühjahr finden dann Wettkämpfe statt, wo wir gegen
Betriebssportmannschaften von anderen Firmen der Region antreten. Unser Team ist recht erfolgreich
und in unserer Firma sind zahlreiche Pokale ausgestellt, die wir errungen haben.
Zu meinen weiteren Hobbies gehört auch das Schwimmen, Wandern (keine extremen Touren), Lesen und vor allem das
Basteln an meiner Homepage.....
Meine bevorzugten Musikrichtungen sind Klassik, Pop und Rock'n Roll, Boogie, Blues und auch guter Jazz. Abwechslung
bringen auch verschiedene Folklore-Musik-CDs aus Irland, Griechenland, Italien, oder Mexiko. Das Geschunkel bei den
verschiedenen Volksmusik-Veranstaltungen (Sie wissen sicher was ich meine) ist absolut nicht mein Ding. Vielmehr die
Pflege des alten Liedgutes. Siehe auch meine Linkseite.
Gerne gehe ich in die Oper oder Operette, Theater oder in ein Musical. Von diesen hat mir bislang "Das Phantom der Oper"
am Besten gefallen. "Miss Saigon" in Stuttgart war dagegen mehr Geschrei als Gesang und konnte mich nicht so
begeistern.
Meine Lieblingskomponisten sind Beethoven, Verdi, Rossini, Bellini und als Österreicher natürlich auch Strauß. Weiters höre
ich gerne Vivaldi, einige Werke von J.S.Bach, Mozart, Bizet, Offenbach oder Ravel.
Für tiefschürfende, schöngeistige Literatur, etwa Eichendorff oder Rilke kann ich mich nicht erwärmen, Wilhelm Busch,
Ringelnatz, Heinz Erhardt, Loriot oder Ephraim Kishon liegen mir da schon eher. Der Leser weiß nun schon in welche
Richtung meine literarischen Interessen tendieren.
Humor aller Art ist jedenfalls das unumstrittene Lieblingsthema. Cartoons von Perscheid, Uli Stein oder Garry Larson (The
Far Side) gehören hier zu meinen Favoriten.
Außerdem lese ich gerne Science Fiction Romane - natürlich Jules Verne, Isaac Asimov, oder H.G.Wells. Die Perry
Rhodan Romane habe ich in meiner Schulzeit regelrecht verschlungen. Mag sein, dass ich in dieser heilen Scheinwelt
lieber lebte, als in der Realität, ich wusste aber beides sehr wohl auseinander zu halten.
Zu meinen Lieblingsfilmen gehören zum Beispiel Mel Brook's "Spaceballs", oder "Die verrückte Geschichte der Welt",
Monty Python's "Das Leben des Brian" oder "Ritter der Kokosnuss".
Auch Science Fiction Filme wie "Star Trek", "Raumschiff Voyager" und "Raumschiff Enterprise"
oder "Stargate" und Fantasyfilme wie Tolkiens "Herr der Ringe" sehe ich sehr gerne.
Gut gefallen haben mir auch "Der Schuh des Manitu", "Ice Age" oder "Good bye Lenin". Grusel-
und Horrorgeschichten (So wie z.B. "Angriff der Killergurken" oder wie das hieß) verursachen
bei mir in den seltensten Fällen Schweißausbrüche, Alpträume oder etwa Schlaflosigkeit.
Mein Famililenleben - ?
Nun wird sich der geneigte Leser wohl fragen, wie es denn mit Heiraten und Kindern aussieht. Nun ich bin bis heute ein
überzeugter Junggeselle und fühle mich ganz wohl dabei. Trotzdem sieht es bei mir ordentlich aus. Aufräumen, Wäsche-
waschen, Bügeln füllen den Rest meiner Freizeit gut aus. Besonders am Wochenende koche ich auch gerne und viel zu
gut, was man an meinem kleinen Bäuchlein merkt.
Gelegentlich treffe ich mich mit Arbeitskollegen und Kolleginnen zu einem gemütlichen Beisammensein oder einem
leckeren Abendessen.
Mein Vater verstarb 2001, während ich in den USA meinen Urlaub verbrachte, an Alzheimer. Mein Bruder arbeitet bei einer
grossen österreichischen Bank. Mit meiner Mutter feierte ich im Mai 2008 in Wien ihren 80. Geburtstag. Sie wohnt noch in
der Wohnung, wo wir einst aufgewachsen sind und erfreut sich hoffentlich noch lange bester Gesundheit.
Ich danke Ihnen, dass Sie meinen vielleicht viel zu detaillierten Ausführungen bis hierher gefolgt sind. Was aus
mir geworden ist, lag größtenteils in meiner eigenen Verantwortung - es ist, wie ich glaube, ein Kompromiss aus
Bequemlichkeit, Lebenserhaltungstrieb und jeder Menge Freude am Dasein.
Ich habe nur dieses eine Leben, ich genieße es so gut es geht und hoffe, dass ich noch einige Jahre auf dieser
Welt zubringen darf.
Wo war doch gleich dieses Albstadt?
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