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© Manfred Bittner 2011
Wien
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Wie der geschätzte Leser bereits erfahren hat, ist Wien meine Heimatstadt, wo ich geboren und
aufgewachsen bin.
Die Ursprünge der Stadt gehen auf die Steinzeit um 6000 - 4950 v.Chr. zurück, wie einzelne Funde
aus dem Stadtgebiet beweisen. Aus der letzten Phase der Bronzezeit von ca.1250 bis 750 v.Chr.
sind sehr viele Funde vorhanden, welche auf eine Besiedelung des heutigen Stadtgebietes
hindeuten.
Auch die Kelten hinterließen jede Menge Spuren die vom 6. Jh. v.Chr. bis ins 1. Jh. n.Chr.
reichen. Wie bei so vielen Städten auf dem europäischen Kontinent gehen auch die
siedlungsmäßigen Anfänge Wiens auf die römische Antike zurück. Im 1. Jahrhundert n.Chr. kam
es hier zur Anlage eines römischen Militärlagers namens Vindobona, das eine der der Anlagen an
der Limesgrenze war.
Dieses Lager der Römer befand sich im Herzen der heutigen Stadt, sein Mauerverlauf spiegelt sich
bis heute in einer Reihe von markanten Straßenzügen im Zentrum. Reste dieser Bauwerke kann
man heute in einem Museum unter dem Hohen Markt besichtigen.
Wahrzeichen der Stadt ist der Stephansdom mit seinem gotischen Turm. Der zweite Turm ist nicht
fertiggestellt worden und hält in seinem Inneren die "Pummerin", welche wegen ihrer Größe nur
einmal am Neujahrstag geläutet wird. Die Luftverschmutzung setzen dem Sandstein arg zu und so
sieht man den schönen Dom selten ohne Baugerüste.
Die Wiener Hofburg - hier die neue Burg - war Residenz des Kaisers und bietet dem Besucher
immer ein gutes Fotomotiv. Wer möchte und bereit ist, auch etwas dafür zu bezahlen, kann sich mit
dem Fiaker die Stadt bei einer Rundfahrt zeigen lassen. Das Wort "Fiaker" wird bitte auf dem "a"
betont - und nicht auf dem "i"...
Durch das Michaelertor gelangt der Besucher in das Innere der alten Hofburg. Dort findet man das
Denkmal von Kaiser Franz I. und das Schweizertor, den Eingang in den ältesten Teil, dem
gotischen Schweizerhof. Dort befindet sich auch der Eingang zur Schatzkammer.
Das pompöse Tor wurde erst kürzlich mir enormem Aufwand renoviert, da die Tauben dem Stuck
sehr zugesetzt hatten. Besonders der Blick von innen in die Kuppel ist sehr schön.
Links und rechts des Tores befinden sich Brunnen mit Figurengruppen, die mich immer wieder
faszinieren.
Vor dem Tor am Michaelerplatz wurden im Zuge der Neugestaltung des Platzes Gemäuer von
römischen Häusern freigelegt, welche ca. 2000 Jahre alt sind. Auch ein tiefer Brunnen kann
besichtigt werden.
Gegenüber des Tores befindet sich die Michaeler Kirche und der Kohlmarkt, wo sich auch die
bekannte K&K Hofbäckerei Demel befindet.
Links führt die Stallburggasse zu den Stallungen der Spanischen Hofreitschule und zum
Josefsplatz. Die bei einem Brand am 27. November 1992 beschädigten Gebäudeteile über der
Winterreitschule sind mittlerweile wieder originalgetreu wiederhergestellt (Die Kosten dafür
betrugen rund 72,6 Mio. Euro).
Neben der Wiener Staatsoper (von den Architekten / Baumeistern Van der Nüll & Siccardsburg)
bieten auch die Volksoper, das Burgtheater, Theater in der Josefstadt, Kammerspiele,
Konzerthaus, das Theater an der Wien oder das Raimundtheater und mehrere Kleinbühnen
immer etwas für kulturbegeisterte Wien-Besucher.
Das Wiener Rathaus ist der Sitz des Bürgermeisters und einiger Gemeindeämter. Der Bau ist
jünger als er aussieht und befindet sich gegenüber dem Burgtheater. Im Rathauspark kann man
sich bequem auf einer Bank ausruhen und die Seele ein wenig baumeln lassen. Auf dem Platz vor
dem Rathaus bietet sich die Gelegenheit, an die beiden Türkenbelagerungen von 1529 und 1683
und die Verteidiger der Stadt zu denken.
Zur Weihnachtszeit findet hier auch immer der traditionelle Wiener Christkindlmarkt statt.
Aufzeichnungen aus dem Jahr 1626 ergeben, dass „Hütten” am Graben und auf der Brandstätte,
also vor St. Stephan, am 9. Jänner abgebaut und am 16. und 17. Dez. wieder aufgestellt wurden.
Hier boten „Peckn, Lebzelter und Zuggerpacher” ihre Waren an.
Diese Stände fanden sich um die Weihnachtszeit im Bereich Graben - Stephansplatz bis 1761,
dann wurde dieser Markt aufgelassen. Seitdem wurden immer wieder zur Weihnachtszeit
verschiedene Märkte abgehalten, aber richtig etabliert hat sich der Markt erst 1842, die Stände
erhielten 1903 elektrische Beleuchtung. Während des ersten und zweiten Weltkrieges übersiedelte
der Markt an verschiedene Standorte, bis er 1975 am Rathausplatz sein "vorläufig endgültiges"
Zuhause fand.
Das ÖKO-Haus von Friedensreich Hundertwasser - auch "Hundertwasserhaus" genannt, ist seit
seiner Fertigstellung ein beliebtes Ziel der Besucher von Wien. Es befindet sich in der Löwengasse
im 3. Wiener Gemeindebezirk.
Die Bewohner sind über den ständigen Touristenauflauf gar nicht glücklich und wer sich das
Gebäude ansieht, sollte bitte darauf Rücksicht nehmen, dass es sich um ein "ganz normales"
Wohnhaus handelt.
Ein weiteres Schmuckstück, das von dem Künstler gestaltet wurde, ist das Fernheizwerk
Spittelau, eine Müllverbrennungsanlage, welche nach einem Brand neu renoviert und von ihm
verziert wurde. An der Südautobahn A2 findet man auch eine Raststätte, die Friedensreich
Hundertwasser gestaltet hatte. Auch im Ausland findet man viele Bauten, die er gestaltet hat. Zuim
Beispiel die grüne Zitadelle von Magdeburg oder sogar eine öffentliche Toilette in Kawakawa,
Neuseeland.
Der bekannte Wiener Prater ist ein großes Areal mit weitläufigen Wiesen und Wäldern. Früher war
dies das königliche Jagdrevier, heute bietet der grüne Prater Erholung für jedermann. Man kann
spazieren gehen oder auch Rad fahren. Der am meisten besuchte Teil des Pratergeländes ist der
Volksprater, auch ’Wurstelprater‘ genannt, ein Vergnügungspark aus dem 19.Jh. Bei einer Fahrt
mit dem Riesenrad hat man einen tollen Blick über die Stadt aus ca. 60 m Höhe.
Schloss Schönbrunn ist eines der bedeutendsten Kulturgüter Österreichs und seit ca. 1860 eine
der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Wiens. 6,7 Millionen Besucher kommen jährlich hier her.
1996 wurde das Schloss und der Park als barockes Gesamtwerk ins Verzeichnis des Welterbes
der UNESCO aufgenommen.
Am oberen Ende des weitläufigen Schlossparks findet man die Gloriette, von
wo aus man einen fantastischen Blick über die Stadt genießen kann. Der
Park diente ehemals als Jagdgebiet, bevor er der Öffentlichkeit als
Naherholungsgebiet zugänglich gemacht wurde. Gerne besucht und sehr
schön modernisiert ist auch der Tiergarten Schönbrunn.
Die Anlagen des Belvedére ließ Prinz Eugen von Savoyen von 1714 bis 1720 erbauen, ein
Franzose in Diensten der Habsburger, der Wien bei der Türkenbelagerung unterstützte. Es besteht
aus dem Wohnschloss Unteres Belvedere und dem Repräsentations- und Festschloss Oberes
Belvedere. Beide Anlagen sind sehr schön ausgestattet und beherbergen das Barockmuseum und
auch aktuelle Kunstausstellungen.
Wer vom unteren Belvedere den sanft ansteigenden Hügel hinauf spaziert, kann die Pracht des
Barocks am oberen Belverdere bewundern. Anschließend lohnt sich auch ein Bummel im
botanischen Garten, wo man viele schöne und seltene Pflanzen betrachten kann.
‘Palais’ sind unbefestigte Adelssitze in einer Stadt. In ländlicher Umgebung würde man solche
vielleicht als Schloss bezeichnen, wenn sie befestigt wären als Burg. In Wien gibt es sehr viele
Paläste die von Familien gebaut wurden, welche aus allen Teilen der Monarchie stammten, (z.B.
Esterházy, Lobkowitz, Palffy, Auersperg, Lubomirski), aber auch aus Spanien (Hoyos), Portugal
(Silva-Taroucca), Italien (Pallavicini, Collalto, Caprara, Strozzi), Deutschland (Metternich,
Württemberg), Frankreich (Prinz Eugen), Rußland (Rasumofsky) und anderen Ländern Europas
Ein guter Teil des österreichischen bzw. böhmischen Adels (Dietrichstein, Liechtenstein,
Schwarzenberg, Harrach, Lobkowitz usw) konnte die wirtschaftlichen Grundlagen für seine
spätere Bautätigkeit bereits nach der Schlacht am Weißen Berg (1620) gewinnen, als die bis dahin
führenden böhmischen Adeligen enteignet waren und ihr Besitz auf die Parteigänger des Kaisers
Ferdinand II. aufgeteilt worden war.
Hier nur ein paar Beispiele:
Palais Albertina
In dem ehemaligen Palais von Erzherzog Karl ist heute eine Sammlung von graphischen
Werken untergebracht.
Palais Coburg
Das Palais wurde nach Schleifung der Befestigungsanlagen von Wien auf der Braunbastei
errichtet und ist heute ein Luxushotel.
Hermesvilla
Ehemalige Villa der Kaiserin Sisi mit zahlreichen Erinnerungsstücken an die Gattin von
Kaiser Franz Joseph.
Palais Schwarzenberg
Das heutige Luxushotel grenzt direkt an die Parkanlagen von Schloss Belvedere.
Palais Trautson
In diesem Gebäude befand sich früher der Sitz der ungarischen Leibgarde, heute logiert dort
das Justizministerium.
Die Entstehung des Tiergartens Schönbrunn geht auf Maria Theresia und ihren Gemahl Franz
Stephan von Lothringen zurück.
Der als Frühstücksraum und Salon konzipierte achteckige Pavillon im Zentrum der Anlage wurde
erst 1759 fertiggestellt. Er stellt bis heute das historisches Kernstück des Tiergartens dar. Seit
1949 wird er als Restaurant genutzt.
Die Anlage des Tiergartens bestand aus zwölf Gehegen mit jeweils gleich
großen Tierhäusern und einem Verwaltungsgebäude mit einem vorgelagerten
Gartenteil (alles zusammen später als „Logenkreis“ bezeichnet). Dazu kam ein
Teich und zwei Höfe mit weiteren Gebäuden. Das Ensemble war vom übrigen
Schlossgarten und den anderen benachbarten Grundstücken durch eine
Mauer getrennt.
Im Sommer 1752 wurde es nach etwa einjähriger Bauzeit erstmals mit Tieren
besetzt und den Besuchern vorgestellt.
Detailinformationen über den heutigen Bestand an Tieren gibt es auf der
Website des Tiergartens: Klicken Sie auf das Logo links!
In den letzten Jahren wurde der Zoo privatisiert und finanziert sich auch durch Spenden und
Patenschaften für die Tiere. Die alten und viel zu engen Gehege wurden durch neue ersetzt,
welche eine artgerechtere Tierhaltung ermöglichen. Neuerlich erst wurde das Polarium
fertiggestellt, wo man für verschiedene Arten von Pinguinen ein neues Zuhause geschaffen hat.
Die fühlen sich auch draußen im eiskalten und glasklaren Wasser sichtlich wohl und tollen zum
Gaudium des Publikums ausgelassen umher. Bei der Fütterung der Pinguine bilden sich immer
riesige Menschentrauben um die Gehege. Besonders für Kinder ist dies ein Höhepunkt des
Besuches im Tiergarten.
Auch den Elefanten steht ein ausreichend großes Gehege zur Verfügung, welches mit allerlei
Möglichkeiten zum Spielen und zur Futtersuche aufwarten kann. So wird den gemütlichen
Dickhäutern die Zeit nicht lang. Immer wieder kümmern sich aufmerksame Pfleger um die Tiere
und besorgen zum Beispiel die Pediküre, Haut-, Fell- oder die Zahnpflege.
Im Aquarien- und Terrarienhaus findet man eine sehr reichhaltige Auswahl an Echsen,
Schlangen, Insekten und Fischen, wie zum Beispiel diesen Drachenfisch. Seit Sommer 1999 leben
im Tiergarten auch vier junge Galapagos-Riesenschildkröten.
Versuchen Sie doch mal im Terrarienhaus die Madagassische Riesenfauchschabe zu finden !