Nach oben
© Manfred Bittner 2012
Dubai
Bilder zum Vergrößern bitte anklicken
Anläßlich einer Schulung für unsere Vertretungen im mittleren Osten wurde ich im Februar 2011 zu
einem Meeting nach Dubai eingeladen. Es war mein erster Besuch in den Vereinigten Arabischen
Emiraten.
Die Vereinigten Arabischen Emirate sind eine Föderation von sieben
Emiraten im Südosten der Arabischen Halbinsel in Südwestasien. An der
Küste des Persischen Golfes gelegen und mit Zugang zum Golf von
Oman, grenzt das Land an Saudi-Arabien und Oman. Es besteht aus den
Emiraten Abu Dhabi, Adschman, Dubai, Fudschaira, Ra’s al-Chaima,
Schardscha und Umm al-Qaiwain.
Das größte Emirat, Abu Dhabi, nimmt mit 67.340 km² ca. 87 % der Gesamtfläche des Landes ein.
Die Hauptstadt der VAE ist Abu Dhabi.
Archäologische Funde auf der Insel Umm an-Nar bei Abu Dhabi lassen auf eine Besiedlung schon
im 4. Jahrtausend v. Chr. schließen. Bei Al-Ain fanden sich auch Zeugnisse einer um 2500 v. Chr.
datierten Kultur, die im Hadschar-Gebirge Kupfer abbaute und damit handelte. Entlang der antiken
Handelswege nach Indien breitete sich im 6. Jh. das Christentum bis in den südlichen Teil des
Persischen Golfes aus. Im Jahr 630 trafen Boten des Propheten Muhammad aus Mekka ein und
bekehrten die einheimischen Stämme zum Islam.
Nach den Osmanen (Anfang des 16.Jh.) kamen die Portugiesen, welche im 17.Jh.
von omanischen Stämmen vertrieben wurden. Mitte des 18.Jh. ließen sich die
Beduinen der Qawasim an der südlichen Golfküste nieder. Diese betrieben neben
der Perlenfischerei auch Piraterie gegen die Handelsschifffahrt, was zur Bezeich-
nung „Piratenküste“ führte. Nach mehreren Strafexpeditionen der Briten kam es
1853 zur Erklärung des "ewigen Seefriedens". Nach und nach wurden die Emirate zu
britischen Protektoraten, und als „Befriedetes Oman”, „Vertragsoman” oder
„Vertragsküste” (Trucial States) bezeichnet. Ende des 18. Jh. siedelte die Al-
Nahyan-Familie aus dem Banu-Yas-Stamm von der Inlandoase Liwa nach Abu
Dhabi (gegründet 1761) um, das sich zu einem wichtigen Zentrum der Perlen-
fischerei entwickelt hatte. Ein paar Jahrzehnte danach migrierte ein weiterer Zweig
der Banu Yas nordwärts und gründete 1833 Dubai, das nicht nur Perlenfischerei
betrieb, sondern auch zu einem bedeutenden Handelsplatz wurde.
Anfang der 1930er Jahre erlangten die ersten Ölfirmen Konzessionen, um auf dem Gebiet der
„Trucial States“ Bohrungen durchzuführen und 1962 wurde die erste Schiffsladung von Abu Dhabi
aus exportiert.
Am 2. Dezember 1971 entließ Großbritannien die Trucial States in die Unabhängigkeit. Am selben
Tag trafen sich die Herrscher von Abu Dhabi, Adschman, Fudschaira, Schardscha, Dubai und
Umm al-Qaiwain und gründeten die Vereinigten Arabischen Emirate, mit Scheich Zayid bin Sultan
Al Nahyan als Präsident, die eine Woche später den Vereinten Nationen beitraten. Ra’s al-Chaima
wurde als siebentes Emirat am 10. Februar 1972 Mitglied der VAE.
Dubai ist mit 3.885 km² und ca. 1,82 Millionen Einwohnern mittlerweile vor Abu Dhabi das bevöl-
kerungsreichste Emirat der VAE. Das dominierende Zentrum des Emirats ist die Stadt Dubai.
Dubai City wird durch den Dubai Creek geteilt, der entgegen der weitverbreiteten Meinung kein
Fluss ist, sondern lediglich eine 100 ...1300m breite und rund 14km lange Bucht des Persischen
Golfs.
Früher befanden sich hier die damals unabhängigen Städte Daira auf der Nord- und Bur Dubai auf
der Südseite. Brücken befinden sich nur etwas abseits vom Ortskern; Fußgänger werden mit
kleinen Personenfähren (Abras) auf die andere Seite transportiert.
Einer sehr liberalen Wirtschaftspolitik und dem Erdölreichtum verdankt das Emirat - insbesondere
die Stadt Dubai - sein außerordentlich starkes Wachstum.
Auch sehr geringe Umweltschutzauflagen und nur seltene Kontrollen der Finanzbehörden lassen
der wirtschaftlichen Entwicklung jede Menge Freiraum. Zudem ist Dubai ein Steuerparadies, weil
keine Einkommenssteuer erhoben wird.
Von der Finanzkrise der Jahre 2007-2009 war auch das Emirat betroffen. Baupro-
jekte wurden zurückgezogen, die Immobilienpreise fielen um ca. 50%, Schulden
häuften sich an. Um den Bau des höchsten Gebäudes der Welt zu vollenden, musste in
letzter Minute der zur Eröffnung namensgebende Scheich Chalifa bin Zayid Al
Nahyan von Abu Dhabi mit einer "Finanzspritze" einspringen, um die Fertigstellung
des Turms zu sichern. So erhielt das Gebäude schließlich den Namen Burj Khalifa.
Das Dubai Museum ist nahe der Altstadt in einem ehemaligen Fort untergebracht und zeigt einen
Überblick über das historische Leben in Dubai vor dem Ölboom. Unser Hotel befand sich genau
gegenüber des Museums. Nahe des Dubai Museums gibt es eine Siedlung von ehemaligen persi-
schen Handelshäusern, die mustergültig renoviert worden sind und teilweise besichtigt werden
können.
Trotz großzügig angelegter Verkehrswege, einem dichten Busliniennetz und einer fahrerlos ge-
führten Metro kommt es auch hier immer wieder zu Staus und Behinderungen. Besonders in den
älteren Stadtteilen geht oft gar nichts mehr. Die neue Dubai-Monorail soll hier Abhilfe schaffen, es
sind mehrere Linien in Bau und Planung.
Den vorderen Dubai Creek kann man mit kleinen Booten, den 'Abras' über-
queren, da es dort nur wenige Brücken gibt. Diese fassen bis zu 20 Personen
und kosten (2011) nur einen Dirham (das sind ca. 20 Euro-Cent). Schön be-
leuchtete Hotels und Bürogebäude am Ufer bieten nachts gute Motive für
Fotos.
Als bekanntestes Gebäude Dubais hat der neue Burj Khalifa, das höchste Hotelgebäude der Welt,
den Burj al Arab abgelöst.
Mit seiner Eröffnung am 4. Januar 2010 gilt der 828m hohe Turm offiziell als höchs-
tes Gebäude der Welt. Die 124. Etage, 452m über Grund ist eine öffentliche Aus-
sichts-Etage und kann in nur einer Minute mit einem Express-Lift erreicht werden.
Die Stockwerke werden unterschiedlich genutzt. Ein Hotel, Technik-Etagen, Lobbys,
Büros, das 'At.Mosphere' - Restaurant, Appartments und Suiten füllen das Gebäude
bis zur 154. Etage, darüber sind noch Telekommunikationsanlagen und Schaltkästen
untergebracht.
Rund um den Burj Khalifa entstand die Dubai Mall, eines der weltgrößten Einkaufzentren, gegen-
über der etwas ältere Souk al Bahar (Bild).
Davor eine schön gestaltete Teich-Landschaft mit dem Dubai-Fountain. Mit einer Länge von 275m
und Fontänen, welche die Höhe bis zu 150m erreichen, ist dieses einmalige Wasser-, Licht- und
Klangspektakel eine neue Attraktion Dubais. Besonders sehenswert ist die Stadt während der
Nacht. Hier hat man von der Aussichtsetage des Khalifa-Towers aus 452m Höhe den besten Blick.
Die großen Einkaufszentren und der See wirken klein aus dieser Höhe. Links im Bild die Dubai
Mall, in der Bildmitte der Souk al Bahar. Im Vordergrund ein Teil des Dubai Fountain. Ein fantasti-
sches Erlebnis, das ich jedem Besucher der Stadt nur empfehlen kann.
Da der Besucherandrang ziemlich groß ist, sollte man die Tickets für die Aussichtsetage (kosteten
2010 noch p.P. 100,-- Dirham = ca. 20,- Euro) besser im Voraus besorgen.
Während des Wartens auf den Einlass kann man sich die Zeit gut in der Mall vertreiben und nach
Lust und Laune in den vielen Geschäften stöbern. Natürlich geht es auch hier nicht ohne die
Marken Gucci, Versace, Don Gil, Benetton, Lacoste, Nike, Adidas, Lius Vuitton, Dior und was es
sonst noch alles gibt. Auch Swarovski darf hier nicht fehlen.
Wer zum Einkaufen gerade keine Lust hat, kann auch in einem der zahlreichen Restaurants und
Cafés gemütlich ausruhen, ein paar Runden auf dem Eislaufplatz drehen, oder einfach nur die
herrliche Architektur des Einkaufszentrums bewundern. Zahlreiche Wegweiser erleichtern die
Orientierung, doch unterschätzt man leicht die beim Bummeln zurückgelegten Entfernungen.
In den Souvenirläden gibt es eine riesige Auswahl an Mitbringseln. Kamele in allen Größen,
Stoffe, Miniaturen des Burj Khalifa, T-Shirts, Jacken, Tassen und Becher, Wasserpfeifen, Tee,
Deckchen, Teppiche, CDs, Bücher, etc.- soweit das Auge reicht. Da wird man mit Sicherheit fündig.
'The Waterfall’ stürzt über die gesamte Höhe der Mall herab und passiert dabei alle Etagen. Fiber-
gläserne Skulpturen in Form von menschlichen Tauchern verzieren die Wasserwand. Dadurch
entstehen bewegte optische Effekte, die den gleichmäßigen Fluss des Wassers geschickt in Szene
setzen.
Die Kaskade besteht aus zwei zylindrischen Konstruktionen, die 24m hoch sind und stolze 30m im
Durchmesser aufweisen. In einem Rücklaufbecken wird das Wasser aufgefangen und wieder in
den Wasserfall gepumpt.
In der Liste der Superlative kann auch das Dubai Aquarium & Underwater Zoo
nicht fehlen. Es ist eines der weltgrößten begehbaren Aquarien, das sich über drei
Etagen erstreckt und durch einen 'gläsernen' Tunnel einen unglaublich realis-
tischen Einblick in die Welt der Meeresbewohner bietet. Allein die riesige Acrylglas-
Frontscheibe ist knappe 33m lang, 8,3m hoch und 750mm dick und hat ein
Gewicht von 245,6 Tonnen.
Sie muss dem Druck von rund 10 Millionen Liter Wasser standhalten. Kein Wunder,
dass diese Acrylglas-Scheibe nun im Guinness-Buch der Rekorde zu finden ist.
Etwa 85 Tierarten, insgesamt ca. 33.000 Tiere, leben in dem Aquarium.
Wer dann noch nicht genug hat, kann über eine Brücke den See überqueren und in dem Souk al
Bahar weiterbummeln. Auch hier finden sich viele Geschäfte, vor allem hat mich aber die vielfältige
Architektur fasziniert. Je weiter man in die verwinkelten Gassen und Gänge der Einkaufspassage
vordringt, umso mehr interessante Details kann man entdecken. Liebevoll angelegte Innenhöfe mit
gemütlichen Cafés oder schmale und hohe Gänge, die vom Licht durchflutet werden, oder ein
kurzes Stück Straße mit Pubs und Läden, integriert in die Passage unter Dach, als wenn man im
Freien spazierte.
Jumeirah gilt als eine der teuersten Wohngegenden Dubais. Großzügig gebaute Villen, Einkaufs-
zentren, Hotels und Moscheen haben die einheimischen Fischer und Kleinhändler verdrängt.
In Strandnähe sind in den letzten Jahren viele luxuriöse Hotels gebaut worden, unter anderem der
weltberühmte Burj al Arab und das wellenförmige Jumeirah Beach Hotel. Weiters befinden sich
dort auch noch der Vergnügungspark Wild Wadi Water Park und das weitläufige Hotel- und
Geschäfts-Zentrum Madinat Jumeirah. Auch einige mauerumfasste Villengrundstücke von großen
Ausmaßen und eigener Marina sind hier zu finden.
Am nördlichen Ausgangspunkt meines Spaziergangs lag die Jumeirah-Moschee. Hier werden nach
Voranmeldung auch geführte Besichtigungstouren durchgeführt und dem Besucher die Welt des
Islam vorgestellt. Etwas weiter vom Strand entfernt, sieht man einfachere Villen und meist ein-
stöckige Wohnblocks.
Das Einkaufszentrum 'Mercato' ist eine kleinere Mall im italienischen Stil und beherbergt ungefähr
90 Geschäfte und ein Kinozentrum mit sieben Sälen. Man schlendert wie in einer italienischen
Altstadt durch romantische Gassen und kann in einem der Restaurants auch italienische Spezia-
litäten oder Süßigkeiten genießen. Kleine Brücken, Balkone, venezianische Fassaden und Arkaden
verleihen der Einkaufspassage ein besonderes Flair.
Das Burj al Arab ist nicht nur eines der höchsten Hotelgebäude (321m), sondern
auch eines der teuersten Hotels der Welt. Nur der Rose-Tower in Dubai ist mit
333m noch höher.
Das Gebäude sieht wie ein Schiffssegel aus und steht auf einer kleinen, ins Meer vor-
gebauten, künstlichen Insel.
Im 28. Stockwerk befindet sich auf der Landseite ein Hubschrauber-Landeplatz in
210m Höhe. Zehn Meter darunter kann man in dem der Seeseite zugewandten
vorgebauten Restaurant die Aussicht und hoffentlich auch die Speisen und Getränke
genießen. Die 202 Zimmer sind ausschließlich Suiten mit 169 bis 780m².
Von meinem Hotel konnte ich zu Fuß zum Dubai Creek gelangen, wo ich am Ufer entlang und im
Old Souk ausgiebig bummeln und Eindrücke sammeln konnte. Am Ufer lagen zahlreiche Schiffe,
welche als Restaurants dienten und auf Gäste warteten. Besonders während der Abendstunden
bis spät in die Nacht haben die Geschäfte hier geöffnet und viele Besucher drängen sich in den
engen Gassen.
Hier gibt es Kleidung, Schmuck, Stoffe, Souvenirs, Lebensmittel, Gewürze und Gebrauchsartikel
aller Art zu 'normalen' Preisen. Ich konnte mich an der Vielfalt der angebotenen Waren kaum
sattsehen.
Eine weitere Attraktion in Dubai sind die ins Meer gebauten, künstlichen
Inseln in Form einer Palme ('The Palm'). Eine solche Palme ist bereits
fertig, an einer weiteren wird eben gebaut. Auf dem äußersten Bogen
zum Meer hin befindet sich das Atlantis Dubai, ein Hotel- und Freizeit-
komplex mit Einkaufsmeile, einem 2100m² großen Ballsaal und 17 Rest-
aurants. Wir haben in einem Steakhaus sehr gut zu Abend gegessen.