mein Reisebilderbuch Manfred Bittner
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Japan - Kyoto
Kyoto ist die geschichtlich und kulturell bedeutendste Stadt Japans und auch das Zentrum der traditionel- len Kultur. Die Stadt war von 794 bis 1868 Sitz des kaiserlichen Hofes. Heute ist Kyoto mit seinen 1,5 Mio Einwohnern eine Großstadt und wegen der vielen Sehenswürdigkeiten  ein Anziehungspunkt für viele Touristen. Im zweiten Weltkrieg wurde Kyoto mit seinen 1600 buddhistischen Tem- peln, 400 Shinto-Schreinen, Palästen und Gärten aus Respekt ver- schont, während andere Großstädte Japans in Schutt und Asche lagen. Somit zählt die Stadt zu den am besten erhaltenen Städten Japans. Der Chion-in ist ein historischer buddhistischer Tempel im Kyotoer Stadtbezirk Higashiyama. Dieser ist der oberste Haupttempel der Jodo-shu-Sekte und wurde im Jahr 1234 dort errichtet, wo Honen, der Grün- der der Jodo-shu, gelehrt und zu Tode gefastet hatte. Der Großteil des Tempelkomplexes brannte im Jahr 1633 ab, die meisten der ge- genwärtig bestehenden Anlagen sind daher Rekonstruktionen aus dem 17.Jh.  und den folgenden Jahrhunderten. Das älteste Bauwerk ist das zweistöckige Tor San-mon aus dem Jahr 1619. Mit 24m ist es das höchste Tempeltor in Japan. Die 74 Tonnen schwere Tempelglocke ist  auch die größte in Japan. Es braucht nicht weniger als 17 Mönche, um sie beim japanischen Neujahrsfest zu bedienen. Der Higashi Hongan-ji ist der jüngere der beiden Zwillingstempel des Hongan-ji. Der ältere ist der Nishi-Hongan-ji Tempel. Das massive Goei-do (Gründerhalle), bzw. dessen Haupttor war das erste historische Gebäude, das ich vom Bahnhof nach Norden gehend, zu Gesicht bekommen habe. Er liegt im Stadtteil Shimogyo-ku. Der Higashi Hongan-ji ist der Haupttempel der Jodo-Shinshu-Sekte Otani-ha, die aber zumeist nur unter dem Namen dieses Tempels firmiert. Der Higashi Hongan-ji sieht dem Nishi Hongan-ji zum Verwechseln ähnlich, mit seiner Buddhahalle (Amida-do) und der größeren Gründerhalle. Die Goei-do des Higashi Hongan-ji in ihrer heutigen Form wurde 1895 errichtet und rühmt sich, das größte Holzgebäude der Welt zu sein. Der Nanzen-ji, auch Zuiryusan Nanzen-ji genannt, ist einer der bekanntesten Tempel des Rinzai-Zen. Er ist der Haupttempel der Nanzen-Schule. Er stammt aus dem 13.Jh. und ist vor allem des traditionellen Gartens berühmt. Der Holzbau des Haupttors von dessen oberster Ebene man weit über Kyoto hin sieht und die Tiger auf den Wandschirmen im großen Hauptgebäude (Hojo) sind sehr sehenswert.        Der Heian-jingu ist ein Shinto-Schrein und wurde zu Ehren des Kammu  Tenno im Jahr 1895 errichtet, der 794 die Stadt Heian-kyo (das heutige Kyoto) gegründet hatte. Architektonisch ist er eine grobe Reproduktion im Maßstab 2:3 der alten kaiserlichen Residenz. Das 24,2m hohe Torii aus Stahlbeton mit einem 33,9m langen Bogen ist das zweitgrößte in Japan. Durch das Eingangstor gelangt man in einen sehr großzügen Innenhof. Vor dem Tempel selbst befindet sich eine "Ritual Hall" wo an Feiertagen festliche Zeremonien stattfinden. Die beiden Gebäude links und rechts davon (Soryu-ro und Byakko-ro siehe auch Bild) sind aufwändig gestaltet und natürlich ein beliebtes Fotomotiv. Um die Hauptgebäude herum befindet sich der Shin-en, ein Garten aus vier Teilen, die an den vier Himmelsrichtungen orientiert sind und 33.000m² einnehm- en. Der Garten ist im Stil der Meiji-Zeit angelegt und ist eines der seltenen Beispiele für einen Teich-Wandelgarten an einem Shinto-Schrein. Eigentlich würde man hier einen Teich mit heiligen Inseln erwarten, hier jedoch prägen den Haupt- teich eine Schildkröten- und eine Kranichinsel.  Akzentuiert wird dieser Bereich des Gartens weiters durch eine überdachte Brücke mit Turm, dessen Dach ein Phönix krönt. Im östlichen Teil gelangt man als erstes in den Kirschgarten. Wegen der Kirschblüte ist ein Besuch im April am lohnendsten! Den Höhepunkt bilden mit Sicherheit die sawatari-ishi (Schrittsteine über den Sumpf), für die der Garten berühmt geworden ist. Viele Paare, die in diesem Tempel den Bund fürs Leben schließen, lassen hier ihre Hochzeitsfotos machen und man sieht oft junge Mädchen in ihren Kimonos.      Der Fushimi Inari-Taisha ist ein Shinto-Schrein ist dem Kami Inari gewidmet und ist der Hauptschrein von etwa einem Drittel aller Inari-Schreine in Japan. Er gehört zu den ältesten und bekanntesten Shinto- Schreinen in Kyoto. Die Hügel, auf dem der Schrein liegt, sollen der Legende nach einmal einem Mann namens Kadata-ryutoda („Drachenkopf“) gehört haben. Nach seinem Tod soll er in den Himmel gefahren sein. Der irdische Ort, wo diese Himmelfahrt begann, ist ein Heiligtum im Fushimi Inari-Taisha und wird durch einen Zaun  geschützt. Der Schrein ist dem Gott des Erfolges im Geschäftsleben geweiht. Ursprünglich auch "Inenari" genannt ist er auch der Gott der Getreideernte. Somit wird er sowohl für Geschäftsleuten als auch Bauern zum An- dachtsort. Links und rechts des großen, prächtigen Eingangstores bewachen zwei grimmige Krieger den Tempel und verwehren den bösen Geistern den Zutritt. Ich konnte jedoch ungehindert passieren. Besonders bekannt sind die Alleen aus tausenden von scharlachroten Toriis auf dem Gelände des Fushimi Inari-Taisha, welche alle Spenden  von Personen, Familien oder Firmen sind. Sie führen einen Hügel hinauf, auf dessen Spitze das Allerheiligste öffentlich einsehbar ist, was für einen Shinto-Schrein eher ungewöhnlich ist. Ein einzelnes Torii markiert den Eingang zu einem Shinto-Schrein. Weitere Toriis bilden dann die Abgrenz- ungen der Areale, die zu den heiligen Bereichen des jeweiligen Schreins führen. Das Durchschreiten eines Toriis dient der inneren Reinigung, ebenso wie das Waschen der Hände und das Ausspülen des Mundes  an den Brunnen vor dem Schrein oder Tempel. Nach diesem beeindruckenden Erlebnis ging ich die Straßen Ninenzaka  und Sanenzaka entlang, um zum Kiomizu-dera Tempel zu gelangen. Diese Gassen sind sehr sehenswert und von vielen kleinen Geschäften  und Kaffeehäusern gesäumt. Neben Souvenirs (und dem üblichen Kitsch) kann man hier die besten Töpferwaren Kyotos kaufen. Ich machte eine kurze Rast in einerm Kaffeehaus und beobachtete eine Weile die vorbeiströmenden Men- schen. Gelegentlich kann man hier auch Geisha-Schülerinnen (Maikos) in ihren sehr schönen Kimonos  sehen.      Der Name Kiyomizu-dera  steht für mehrere buddhistische Tempel, aber meistens ist damit der Otowasan Kiyomizudera in Kyoto gemeint. Die Geschichte des Tempels reicht bis ins Jahr 798 zurück, aber die heuti- gen Gebäude wurden im Jahre 1633 erbaut. Der Tempel erhielt seinen Namen vom Wasserfall innerhalb des Tempels, der von den nahen Hügeln herunterkommt. "Kiyoi mizu" bedeutet wörtlich "reines Was- ser". Die Haupthalle des Kiyomizu-dera ist für ihre große Terasse bekannt, die von hunderten Pfeilern gestützt wird. Von dieser hat man eine schöne Sicht auf die Stadt.      Ein weiteres "Muss" bei einem Besuch der Stadt Kyoto ist der der Zen-Garten des Ryoan-ji ("Tempel des zur Ruhe gekommenen Drachen"). Dieser wurde 1450 erbaut und man sieht hier den berühmtesten Zen- Garten Japans. Der Hojo-Teien im Kare-san-sui-Stil stammt aus der Mitte des 15.Jh. Auf 10 x 30m sauber gerechtem Kies befinden sich 15 Steine, welche aus keinem Blickwinkel alle gleich- zeitig sichtbar sind. Der Zen-Tempel Tofuku-ji wurde 1236 von Kujo Michiie nach dem Vorbild der Tempelanlagen in Nara errichtet. Der Name Tofuku-ji wird vom "To" des Todai-ji  und "Fuku" des Kofuku-ji abgeleitet. Nach verheerenden Bränden im 14. Jh., welche die meisten ursprünglichen Gebäude vernichtet hatten, wurde der Tempel dann im 15. Jh. wieder aufgebaut. Der Garten in dem Bild ist durch den Weg zweigeteilt. Auf der rechten Seite sieht man viele Pflanzen, im Vordergrund der Brunnen zur Reinigung. Links hinter dem Baum findet man einen kleinen Zen-Garten mit schön gerechtem Kies. Weitere Zen-Gärten, die im Reiseführer erwähnt wurden, konnte ich jedoch nicht finden. Es waren aber eini- ge Bereiche des Tempels nicht für Besucher zugänglich.      Der Kinkaku-ji ist ein buddhistischer Tempel unweit des Ryoan-ji. Sein eigent- licher Name ist Rokuon-ji. "Kinkaku" bezeichnet eigentlich nur den bekanntesten Pavillon des Tempels, dessen obere Stockwerke komplett mit Blattgold überzogen sind. Die Gebäude auf dem Tempelgelände wurden im Jahre 1397 errichtet und dienten ursprünglich als Altersresidenz für den Politiker Shogun Ashikaga Yoshimitsu.      Im Gion Viertel begegnet man noch einem Stück des ursprünglichen Kyoto. Viele der alten Gebäude sind noch erhalten oder wurden originalgetreu wieder aufgebaut. Restaurants und Kaffeehäuser laden zum Verweilen ein. Hier wurden auch viele Historienfilme gedreht und man kann mit etwas Glück Maikos oder sogar Geishas auf ihrem Weg zur Arbeit begegnen. Der kleine Tatsumi-Schrein steht im Gion-Viertel Kyotos. Viele Maikos und Geishas erbitten hier den Segen und beten um beruflichen Erfolg. Heutzutage sind Geishas Bewahrerinnen der traditionellen Künste und haben nichts mit der japanischen Sexindustrie zu tun. Erotik spielt bei der Unterhaltung der Gäste zwar durchaus eine Rolle, bleibt aber subtil. So wird es bereits als erotisch empfunden, wenn bei der Geisha der Nacken unbedeckt ist oder wenn beim Einschenken des Tees ein Stück des Unterarms sichtbar wird.
Chionin-ji Chionin-ji, Bell Hongan-ji Nanzen-ji Heian Shrine Heian Shrine Heian Shrine Heian Shrine Fushimi Inari Shrine Fushimi Inari Shrine Fushimi Inari Shrine Fushimi Inari Shrine Fushimi Inari Shrine Ninenzaka Straße Kiyomizu-dera Kiyomizu-dera Ryuan-ji, Zen Garden Tofuku-ji Kinkaku-ji Gion Viertel Tatsumi DAIMYOJIN Tatsumi DAIMYOJIN Japanisches Menü Hongan-ji Hongan-ji Hongan-ji, chinesisches Westtor Heian Shrine, Garden Ryuan-ji, Zen Garden Flagge und Wappen von Kyoto Flagge und Wappen von Kyoto Tofuku-ji Kiyomizu-dera - Wasserfall Higashiyama Straße zum Schrein Fushimi Inari - Allerheiligstes Heian-jingu - Überdachte Brücke Heian-Schrein Heian-Schrein - Garten Higashi Hongan-ji
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