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© Manfred Bittner 2011
Slowakei
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Im Juni 2004 besuchte ich nach langer Zeit wieder einmal Bratislava. Ich hatte früher öfter in
dieser Stadt beruflich zu tun und kannte sie noch ziemlich gut aus den Zeiten der Tschecho-
slowakei. Seit meiner Übersiedelung nach Deutschland war ich jedoch nicht mehr da gewesen.
Bratislava ist die Hauptstadt der Slowakei und mit rund 433.000 Einwohnern die größte Stadt
des Landes. Die erste nachweisbare Besiedlung der Gegend erfolgte in der Jungsteinzeit um
5700 v. Chr.
Mit dem Tragflügelboot erreicht man Bratislava in ca. 1,5 Stunden. Die Fahrt ist
sehr angenehm und ruhig. Seit 2008 fahren die neuen “Twin-City-Liner” täglich
bis zu 5 Mal täglich in nur 75 Minuten zwischen Wien und Bratislava.
Aus der grauen und tristen Stadt von damals ist in der Zwischenzeit ein
schmuckes Städtchen geworden. Die vielen barocken Kirchen und
Häuser wurden liebevoll restauriert. Sehr gefallen haben mir auch die
Jugendstilbauten auf dem Marktplatz. Dort gibt es nette Cafe-
Restaurants, die zum Verweilen einladen. Den vielen leckeren Kuchen
konnte ich nicht lange widerstehen. Dabei sind die Preise durchaus
akzeptabel und die Bedienung sehr freundlich und zuvorkommend. Die
Stadt ist trotz der vielen Besucher nicht von Kitsch überladen, sondern hat
ihr natürliches Flair behalten.
Immer wieder sieht man von der Stadt aus auch die mächtige Burg, westlich der Altstadt auf
einem Felsen 85 Meter über der Donau, welche zwischen dem ersten und fünften Jahrhundert
ein Vorposten der Römer war. Sie brannte im Mai 1811 komplett nieder und wurde erst 1953 bis
1968 originalgetreu wieder aufgebaut.
Sie enthält heute ein Volksmusik-Museum und eine Sammlung alter Musikinstrumente.
Da ich am selben Tag wieder nach Wien zurückkehrte, war ich jedoch nicht auf der Burg.
Von der Donau aus hat man auch einen schönen Blick auf die
elegante Brücke. Als ich das letzte Mal in Bratislava war, konnte
man noch im Inneren des östlichen Brückenpfeilers mit einem
Schrägaufzug nach oben fahren. Dort war ein Restaurant, welches
sich langsam drehte, so konnte man während eines gemütlichen
Essens den herrlichen Rundblick über die Stadt genießen.
Der Lift und das Restaurant waren aber damals schon in keinem so
guten Zustand mehr, so war ich nicht verwundert, als ich nun vor
rostigen, verschlossenen Türen stand. Ich hoffe aber, daß man
auch dieses Wahrzeichen der Stadt wieder instandsetzt, um noch
vielen Menschen diese Aussicht zu zeigen.
Als ich 2005 bei einer Donaukreuzfahrt wieder an dieser Brücke
vorbei kam, hörte ich, dass dieses Restaurant wieder geöffnet sei.