Nach oben © Manfred Bittner 2012 St. Petersburg Bilder zum Vergrößern bitte anklicken La Gomera, San Sebastian La Gomera, San Sebastian Mutig geworden durch die positiven Erfahrungen von meiner Dienstreise nach Moskau  (Oktober 2008), buchte ich für August 2009 eine Woche in St.Petersburg. Da ich mir je nach Wetterlage, Lust und Laune mein Programm selbst zusammenstellen wollte, organisierte ich den Flug und das Hotel über ein Internet-Reisebüro. Das erforderliche Einreisevisum konnte ich frühestens drei Monate vor der geplanten Abreise beantragen. Welche Unterlagen ich für den Antrag brauchte, erfuhr ich auch von den entsprechenden Webseiten. So brauchte ich unter anderem auch einen "Hotelvoucher", den ich aber problemlos gegen Bezahlung von 20,- Euro per E-Mail vom Hotel selbst erhielt. Die Einreise am Flughafen Pulkowo II klappte bestens und mit einem Taxi war ich auch schnell in meinem Hotel in der Suvorovski Straße. 1894 km nordöstlich von Albstadt liegt Russlands zweitgrößte Stadt St.Petersburg, dort wo der Fluss Newa in den finnischen Meerbusen  mündet. Das Stadtgebiet umfasst ungefähr 600 km², davon sind rund 10% Was- ser. Die Stadt steht auf insgesamt 42 Inseln und 2 bis 4 m über dem Meeresspiegel. Der Bezugspegel dafür ist der Kronstädter Pegel, der etwa 15 cm tiefer liegt, als der in Deutschland gültige Amsterdamer Pegel. Zu den Vororten der Stadt zählen heute auch z.B. Peterhof und Puschkin. St. Petersburg liegt auf dem gleichen Breitengrad wie Oslo, Stockholm und die Südspitze  Grönlands. Mit über 4 Millionen Einwohnern ist sie die nördlichste Millionenstadt Europas.   St. Petersburg war vom 18. bis ins 20.Jh. die Hauptstadt des Russischen Reich-  es. Der Name der Stadt geht auf den Apostel Petrus zurück und nicht wie oft ange-  nommen auf den russischen Zaren Peter den Großen.  1703 als Sankt-Pieterburch gegründet, kurz darauf in St.Petersburg umbenannt, hieß  die Stadt ab 1914 Petrograd -"Peterstadt". Nach Lenins Tod hieß die Stadt ab 1924   dann Leningrad und nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde 1991 aufgrund  einer Abstimmung mit knapper Mehrheit der Name St. Petersburg wieder eingeführt.  Tatsächlich lebten schon seit dem 10.Jh. verschiedene finnisch-ugrische Siedler in dem  Bereich der unteren Newa. Am Anfang des 14.Jh. stritten die Schweden und Nowgorod   um das Gebiet, angeblich wurde dort um 1301 eine schwedische Siedlung zerstört.  Um 1611 entstand am nördlichen Ufer die schwedische Festung Nyenschanz und eine  kleine Siedlung, welche aber schon im Jahre 1656 von russischen Truppen völlig  zerstört wurde. Peter der Große wählte diesen Ort trotz widriger Umstände für seine neue Hauptstadt, weil er für einen Seehafen und  Anschluss an die Binnenwasserstraßen gut geeignet war. So trägt das Stadtwappen neben dem Zepter auch einen See- und Binnenanker. 40.000 Leibeigene wurden 1707 rekrutiert, der Bau von Steingebäuden im Rest des Reiches verboten, damit alle Steinmetze an der neuen Stadt arbeiten konnten. Zehntausende starben an Sumpffieber, Skorbut oder an Hunger und Entkräftung. Um die neue Stadt zu besiedeln befahl der Zar dem russischen Adel in die Stadt umzuziehen - natürlich auf deren eigene  Kosten. Zarin Anna übersiedelte dann das Zentrum der Stadt an die Südseite der Newa und legte die heute wichtigsten Hauptstraßen, den Nevskij Prospekt, die Gorochowaja Uliza und den Wosnessenski Prospekt an.   Neben den 250 Museen besitzt die Stadt auch ungefähr 4000 geschützte Kultur-, Geschichts- oder Baudenkmäler und wird dabei nur von Venedig übertroffen. Die Architektur ist sehr von westeuropäischen Einflüssen geprägt. Viele Bauten aus dem Barock, Klassizismus, Historismus, Jugendstil oder früher Moderne finden sich im Stadtbild.    Direkt am Nevskij-Prospekt findet man auch ein großes Einkaufszentrum. Was das GUM für Moskau, ist das Gostinij Dwor für Sankt Petersburg. Der Große Kaufhof nimmt ein ganzes Viertel ein, die Fassadenlänge beträgt mehr als einen Kilometer. Hauptsächlich Kleidung, Souvenirs, Elektrogeräte, Haushaltswaren und Kunstgegenstände werden hier angeboten. Natürlich finden sich auch hier viele noble Boutiquen in westlichem Stil und man braucht nicht lange nach den bekannten Marken wie Lacoste, Don Gil, usw. zu suchen. Seltsamer- weise findet man hier beim Bummeln nur wenige Einheimische, die Geschäfte werden hauptsächlich von Touristen besucht, die kaum etwas kaufen. So blickt man sehr oft in müde  und gelangweilte Gesichter des Verkaufspersonals.   Die Lutherische Petrikirche für die deutsche Gemeinde der Stadt wurde im Jahre 1830 fertig- gestellt. Die Kirche im neoromantischem Stil war während der Sowjetzeit ein Schwimmbad. Die meisten Kirchen gehören dem Staat. 279 Kirchen zählte man im Jahre 1898 in der Stadt. Für die als Musuem zugänglichen Kirchen ist Eintritt zu bezahlen, der für Ausländer  erheblich teurer ist als für Russen.   Peter der Große war von Amsterdam so inspiriert, dass er die vielen Wasserläufe des Newa- Deltas als Kanäle erhalten und sogar noch künstlich anlegen ließ. So gibt es in der Stadt über 500 Brücken. Die großen Newa-Brücken wurden aber erst ab Ende des 19. Jh. errichtet, vorher wurden die Bewohner mit Fähren von einem Ufer zum anderen gebracht. Da auf der Newa reger Schiffsverkehr herrscht können größere Schiffe das Stadtgebiet nur nachts passieren, wenn die Brücken für 2 - 3 Stunden hochgezogen werden. Vor allem im Juni, in den "Weißen Nächten", schauen Einheimische und Besucher dem grandiosen Schau- spiel zu, wenn sich zwischen 2:00 und 5:00 Uhr nachts die Brücken öffnen. Das Michaelschloss wurde gebaut, um den russischen Zaren, Paul I. zu schützen. Doch lei- der war es gerade hier, wo er kurz nach seinem Einzug in der Nacht vom 12. März 1801 er- mordet wurde. Es befindet sich genau zwischen den Kanälen Moika und Fontanka. Zusätzlich ließ der Zar auch künstliche Wassergräben anlegen, damit das Schloss praktisch von allen Seiten vom Wasser umgeben war.  Man konnte nur durch Zugbrücken ins Schloss hinein. Das Marsfeld in Sankt Petersburg ist eine ungefähr 12ha große begrünte Fläche in der Innen- stadt zwischen dem Kanal Moika und dem Sommergarten. Auf ihm befinden sich vor allem die Gräber von 180 Gefallenen der russischen Februarrevolution und es brennt dort eine Ewige Flamme. Der Sommergarten vor dem Michaelschloss war 2009 wegen Sanierungsarbeiten  leider nicht zugänglich.   Die Troickij-Brücke wurde 1903, zum 200. Geburtstag der Stadt eingeweiht und ist bis heute die schönste aller St. Petersburger Brücken. Zuvor war es technisch nicht möglich gewesen eine so große Brücke zu bauen. So sorgten Schwimmbrücken für eine Verbindung der bei- den Newa-Ufer. Die 'Dreifaltigkeitsbrücke' ist 600m lang und 45m breit. Sie ruht auf sechs Pfeilern und ist besonders sehenswert wegen ihres schönen Jugendstil- Dekors. Auf der Brücke werden auch die Oberleitungen für die Straßenbahn geführt, welche mit einem ausgeklügelten Mechanismus getrennt werden, wenn der Mittelteil der Brücke hochgeklappt wird. Der 74km lange und bis zu 1300m breite Fluss Newa ist der Abfluss des Ladogasees. Kurz vor der Mündung teilt sich der Fluss im Stadtgebiet von St. Petersburg in drei Hauptarme. Im Winter, von Anfang Dezember bis Ende April kann der Fluss zugefroren sein, die Brücken bleiben dann natürlich geschlossen. Wegen der schlechten Wasserqualität sollte man von einem Bad in den kalten Fluten lieber Abstand nehmen.   Der erste Winterpalast war ein kleines zweigeschoßiges Gebäude und wurde 1711 von Peter  dem Großen in Auftrag gegeben. Auch der zweite, der zehn Jahre später gebaut wurde, hatte ziemlich bescheidene Ausmaße. Hier starb der Zar im Jahre 1725. Deutlich imposanter wurde dann der drittte Winterpalast, welcher an der Stelle des heutigen Eremitage-Theaters errichtet wurde. Zarin Elisabeth genehmigte 1754 die Pläne für einen Neubau, der 1762 fertig gestellt wurde.   Mit diesem Bauwerk schuf Bartolomeo Francesco Rastrelli eines der Hauptwerke des Russischen Barock. In den Jahren 1838 und 1839 wurde der Palast umfassend renoviert, nachdem die Innenräume durch ein Feuer vollständig zerstört worden waren. Im zweiten Weltkrieg erlitt der Bau erhebliche Beschädigungen und wurde nach Kriegsende bis 1950  umgehend restauriert. Im Winterpalast und einigen weiteren Bauten in der näheren Umgebung ist auch eines der berühmtesten und größten Museen der Welt untergebracht, das pro Jahr von ca. 2,5 Milli- onen Gästen besucht wird: Die Eremitage. In mehr als 350 Sälen sind über 60.000 Exponate ausgestellt, im  Archiv befinden sich fast drei Millionen Objekte. Alles begann mit 255 Gemälden,  die Katharina die Große im Jahre 1764 von dem Berliner Kunsthändler Johann   Ernst Gotzkowsky gekauft hatte.  Die Exponate umfassen heute Kunstwerke aus aller Welt, von der Steinzeit bis  zur Gegenwart. Sie sind in sechs Abteilungen gegliedert. Die Abteilung Westeuro-  päische Kunst, hier besonders die Gemäldegalerie, ist die bedeutendste. Der Eintritt   für Gruppen befindet sich an der Rückseite am Newa-Kai, Individualtouristen dürfen  sich in die lange Warteschlange im Innenhof einreihen.     Am 25. Oktober 1917 warten tausende bewaffnete Männer auf dem Schlossplatz auf ein Signal. Als um 21:45 Uhr der bollernde Schuß des Kreuzers Aurora ertönt, stürmen sie das Winterpalais. Die provisorische Regierung, welche seit der Februarrevolution im Amt war, ergibt sich wenige Stunden später. Wladimir I. Lenin und Leo D. Trotzkij sind an den Kämpfen nicht direkt beteiligt.   Die Alexandersäule ist der Mittelpunkt des Schlossplatzes vor dem Winterpalast. Sie wurde nach dem Sieg Russlands über das napoleonische Frankreich aufgestellt. Benannt wurde sie nach Kaiser Alexander I., der das Russische Reich von 1801 bis zu seinem Tod im Jahre 1825 regierte. Die Säule wurde von dem französischen Architekten Auguste de Montferrand ent- worfen und ist mit einer Gesamthöhe von 47,5m das größte seiner Art in der Welt.  Die Säule selbst besteht aus einem einzigen Stück roten Granits, ist 24,45m hoch,  hat einen Durchmesser von 3,5m und wiegt rund 600 Tonnen. Das Podest ist mit  Symbolen militärischen Ruhmes verziert.   Die Isaakskathedrale ist die größte Kirche der Stadt. Mit 111m Länge, 97m Breite und 101,5m Höhe zählt sie zu den größten sakralen Kuppelbauten der Welt. Die mit ca.100kg Gold  beschichtete Kuppel hat einen Durchmesser von 26m. In dem fast 11.000m² großen Innenraum der Kirche finden 14.000 Menschen Platz.   Der Gedenktag des Hl. Isaak von Dalmatien fiel mit dem Geburtstag Peters des Großen zu- sammen. So wurde bereits 1707 mit dem Bau einer ersten Kirche aus Holz begonnen. 1717  wurde sie durch einen Steinbau ersetzt und als Kathedrale geweiht. Die dritte Kirche wurde 1764 von Katharina II. in Auftrag gegeben, der Bau jedoch 1796 ein- gestellt. Zwei Jahre später versuchte man die Kathedrale fertigzustellen, musste aber aus Kostengründen auf einige Kuppeln und den Glockenturm verzichten. Alexander I. schrieb 1816 einen Wettbewerb aus, den der französische Architekt Auguste de Montferrand für sich entschied. Statische Pro- bleme verursachten immer wieder Änderungen der Pläne. 1858 wurden die Innenräume vollendet. Zehn Säulen sind aus Malachit, zwei aus Lapislazuli, die Wände sind mit verschiedenen Marmorarten, Edel- und Halbedelsteinen geschmückt. 43 verschiedene Baustoffe wurden insgesamt verwendet, weswegen die Kirche auch den Beinamen "Museum der russischen Geologie" hat. Alle beim Bau verwendeten Materialien finden sich bei der im Inneren der Kirche aufgestellten Büste Montferrands wieder. Heute werden an hohen Feiertagen Gottesdienste in der Isaakskathedrale zelebriert.   Das beeindruckende Denkmal für Peter den Großen steht in der Nähe der Isaakskathedrale auf dem Dekabristenplatz. Er war von 1682 bis 1721 Zar und Großfürst von Russland und von 1721 bis 1725 der erste Kaiser des russischen Imperiums. Der 'eherne Reiter' steht auf einem gewaltigen Granitblock in Form einer Woge und weist mit seiner rechten Hand über 'seine' Stadt. Das Pferd zertritt mit dem einen Hinterhuf eine Schlange, als Symbol des Sieges über die Schweden.   Die Auferstehungskirche ist eine Kathedrale nach dem Vorbild der Moskauer Basilius- Kathedrale und das einzige Bauwerk in St. Petersburg, das sich nicht an westlichen Bau- stilen orientiert. Sie wurde 1883 - 1912 an der Stelle erbaut, wo Zar Alexander II. einem Attentat zum Opfer gefallen war. Einst war sie mehr als Denkmal und weniger als Kirche konzipiert und diente nie sakralen Zwecken. Genutzt wurde die Kirche als Konzerthalle und Museum, später als Theater. Innen ist sie flächendeckend mit russischen Fresken im Ikonenstil ausgestattet. Außen finden sich hauptsächlich Mosaike. Die Kirche ist heute ein Museum.   Die Peter-Paul-Festung ist die Keimzelle der Stadt und wurde auf einer kleinen Insel  im Newadelta angelegt. Am 16. Mai 1703 (julianischer Kalender, 27. Mai nach  gregorianischem Kalender) soll der erste Spatenstich erfolgt sein. Die ursprünglich  hölzernen Befestigungen wurden 1706 durch 2,5m bis 4m dicke Steinmauern er-  setzt. Die der Newa zugewandten Mauern erhielten 1770 bis 1780 eine Verkleidung  aus Granit.  Ab 1720 diente die Festung als Kaserne und als eines der berüchtigsten Gefäng-  nisse des Zarenreiches. Hier saßen viele berühmte Gefangene. Der erste war 1717   der Sohn Peters des Großen, Alexei, es folgten Teilnehmer des Dekabristenauf-  standes, Fjodor Dostojewski, Maxim Gorki, u.v.a., auch der Bruder Lenins Alexander  Iljitsch Uljanow. Dominantestes Gebäude der Burg ist die Peter-Paul-Kathedrale, in deren Innenraum die meisten russischen Zaren seit dem 18.Jh. begraben liegen. Mit ihrem 122,5m hohen Turm war sie für lange Zeit das höchste Gebäude der Stadt. Heute wird sie nur vom Fernsehturm  übertroffen. Ungewöhnlich für eine russisch-orthodoxe Kirche ist die Kanzel. Diese wurde angeblich nur einmal benutzt, um Leo Tolstoi 1902 zu exkommunizieren.   Der Innenraum wird von Säulen in drei Schiffe gegliedert. Die vergoldete Ikonostase gleicht einem Triumphtor, eine Anspielung auf die im nordischen Krieg errungenen Siege. Auf dem Bild befindet sich der Sarg Peters des Großen hinten rechts. In der angrenzenden Grabkapelle fanden Mitglieder der Zarenfamilie die letzte Ruhe. Seit dem 18.Jh. wird von der Naryschkin-Bastion täglich um 12:00 Uhr ein Kanonenschuss  abgefeuert. Jeder Einwohner der Stadt sollte auf diese Weise die genaue Uhrzeit erfahren. Das eherne 12-Pfünder Kanonenrohr im Bild ist ein Ausstellungsstück und wurde 1711  gegossen. Man fand es bei der Reinigung des Hafens von Tallinn im Jahr 1882. Als Strelka bezeichnet man die Ostspitze der Wassilij-Insel, wo sich der Fluß in die Kleine  und die Große Newa teilt. Hier befindet sich auch der Börsenplatz. Bis zum Jahre 1885  wurden in der Börse Obligationen und Aktien gehandelt, seit 1940 ist hier das Museum der Kriegsmarine. Neben der Börse befinden sich zwei Packhäuser. Im südlichen befindet sich das zoologische  Museum mit dem Mammutsaal, wo ein ausgestopftes Mammut ausgestellt ist.   Am Ufer vor der Börse stehen die beiden Rostra-Säulen, welche die Erfolge der russischen Flotte verherrlichen. Sie wurden 1810 aufgestellt und tragen nach römischem Vorbild Schiffs- schnäbel (lat. rostrum = Schiffsschnabel) als Verzierung. An beiden Granitsockeln befinden sich insgesamt vier Figuren, welche die Flüsse Wolga, Dnjepr, Wolchow und Newa ver- körpern. In der Vergangenheit dienten die Säulen auch als Leuchttürme, heute werden die Gasleuchten nur zu besonderen Anlässen entzündet.   Die Kunstkammer war das erste Museum der Stadt und wurde per Ukas (Dekret, Erlass) im Jahre 1704 von Peter dem Großen begründet und 1724 eröffnet. Es diente ursprünglich dazu, 'natürliche und menschliche Kuriositäten und Absonderlichkeiten' aufzubewahren. Seit 1992 ist das Haus ein unabängiges Museum und Forschungsinstitut. In dem Turm ist auch der Gottorfer Riesenglobus zu sehen.   Die Moschee (Sobornaja metschetj) wurde 1910 bis 1914 für die vielen Moslems in der Stadt (vor allem Tartaren, Aserbaidschaner und Kaukasier) errichtet. Vorbild des Baus war das Gour-Emir-Mausoleum in Samarkand. Sie ist die nördlichste Moschee der Welt und durch ihre mit blauen Fayencen verkleidete Kuppel ein markanter Punkt im Stadtbild. Besonders zum Freitagsgebet kommen hier viele Gläubige zusammen und an Feiertagen ist auch der ganze Platz voller Menschen. Die Moschee kann außerhalb der Gebetszeiten von innen besichtigt werden. Größter Schmuck des erhabenen Raumes für 5000 Menschen ist ein gigantischer Leuchter unter der Kuppel. Als Besucher sollte man durch die rechte Türe vom Treppenhaus eintreten, die Schuhe ausziehen und in den dafür vorgesehenen Regalen deponieren. Mittelpunkt des 1748 von Elisabeth I. als Alterssitz gegründeten Smolny-Klosters ist die barocke Auferstehungskathedrale. Der Name Smolny (smola = Pech, Teer) kommt von dem Teerhof, welcher sich hier befunden hatte. Hier wurde für die russische Flotte Teer gekocht und gelagert. Als Elisabeth I. 1764 starb, war die Kathedrale gerade im Rohbau fertig. Ihre Nachfolgerin Katharina die Große ließ die übrigen Bauten nicht vollenden, das geschah erst in den 30er Jahren des 19.Jh. Das dazugehörige Smolny-Institut war zwar als Kloster konzipiert, wurde aber nie als solches genutzt. Stattdessen wurde hier 1764 durch Katharina die Große eine Erziehungsanstalt für adelige junge Mädchen eingerichtet, um sie auf das Leben als Hofdamen vorzubereiten. Sie lernten dort auch Fremdsprachen und gutes Benehmen. Das Institutsgebäude diente 1917 dem Petersburger Arbeiter- und Soldatenrat als Tagungs- ort. Hier wurde die Oktoberrevolution geplant, danach war hier der Regierungssitz der Sowjetunion. Heute dient das Gebäude als Sitz der Sankt Petersburger Stadtregierung.   Der Kreuzer Aurora ist ein russisches Kriegsschiff der ehemaligen zaristischen Marine und ist seit dem Jahr 1956 ein Museumsschiff. Der Kreuzer wurde 1903 in Dienst gestellt und zu Beginn des Russisch-Japanischen Krieges in den fernen Osten verlegt. Nach 1906 wurde sie als Schulschiff eingesetzt, 1908 half die Besatzung bei Rettungsarbeiten nach dem Erdbe- ben von Messina Historische Bedeutung erlangte der Kreuzer im Zuge der Oktoberrevolution. Um  zu verhindern, dass durch das Hochziehen der Leutnant-Schmidt-Brücke den Revo-  lutionären der Weg zur Innenstadt abgeschnitten würde, ankerte die Aurora bei dieser  Brücke. Am 25. Oktober 1917 wurde mit einem Schuss aus der Bugkanone das  Signal für den Sturm auf das Winterpalais gegeben, dem Sitz der provisorischen  Regierung. Am Tag danach erfuhr die Welt über die Funkanlage der Aurora von dem  Sieg der proletarischen Revolution.   Am 30. September 1941 wurde sie bei einem deutschen Luftangriff schwer beschä-  digt und sank im Hafen. Noch vor Kriegsende wurde sie wieder gehoben und bis  1947 renoviert.  Heute ist das Schiff eine beliebte touristische Sehenswürdigkeit. Besichtigt wer-  den können die Mannschaftsräume und Offizierskajüte. Zahlreiche Dokumente bele-  gen die wechselvolle Geschichte des Kreuzers.   Die Nachimov Marine-Kadetten-Schule befindet sich in diesem schönen barocken Gebäude gleich neben der Aurora. Das Gebäude wurde 1911 fertiggestellt.    St. Petersburg hat mir sehr gut gefallen. Die Stadt wird ihrer geplanten Funktion als ‘Tor zum Westen’ auch heute noch gerecht. Für Touristen gibt es sehr viele Angebote, z.B. Ausflugs- fahrten nach Peterhof und Puschkin oder Rundfahrten auf den Kanälen. Dabei sieht man die Stadt auch einmal aus einem anderen Blickwinkel und erfährt interessante Details über verschiedene Bauten. Wolkenstimmung über St. Petersburg St. Petersburg, Region Nevskij Straße Jugendstil Kaufhof Kaufhof Evangelische Kirche Kanäle Michaelschloss Marsfeld Troickij-Brücke Troickij-Brücke Winterpalast Winterpalast Winterpalast Schlossplatz Alexandersäule Isaak-Kathedrale Isaak-Kathedrale Isaak-Kathedrale Peter der Große Auferstehungskirche Peter und Paul Festung Peter und Paul Festung Zaren-Sarkophage in der Peter-Paul-Kathedrale Peter und Paul Festung Strelka, Börsenplatz Rostra-Säule Kunstkammer Moschee Smolny Kloster Kreuzer Aurora Kreuzer Aurora Marineschule Kanalrundfahrt Winterpalast, Tor Auguste de Montferrand Ägyptische Brücke Marsfeld Straßen in St. Petersburg Peter-Paul-Festung Russisches Museum, Puschkin Denkmal der Kriegsmarine Rundfahrten auf den Kanälen Brücken in den 'Weißen Nächten' Kanäle um das Michaelsschloss