mein Reisebilderbuch Manfred Bittner
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Brasililen - São Paulo
Im November 2008 war ich für zwei Wochen in São Paulo. Hier durfte ich für unsere Vertretung ein Service- Training machen. Damals war es noch die sechstgrößte Metropolregion der Welt, ist aber mittlerweile auf Platz 10 „abgerutscht“ (Quelle: Wikipedia).        Hier die Hitliste per April 2016: 1.  Tokio   Japan         37,750 Mio 2.  Jakarta Indonesien 31,320 Mio 3.  Delhi Indien 25,735 Mio 4.  Seoul Südkorea 23,575 Mio 5.  Manila Philippinen 22,930 Mio 6.  Mumbai Indien 22,885 Mio 7.  Karatschi Pakistan 22,825 Mio 8.  Shanghai China 22,685 Mio 9.  New York USA 20,685 Mio          10.  São Paulo Brasilien 20,605 Mio          11.  Peking China 20,390 Mio          12.  Mexiko-Stadt Mexiko           20,230 Mio Von mir zu Hause sind es rund 9700 km Luftlinie bis zur Stadt São Paulo in Brasilien. Von Stuttgart ging es erst nach München, von dort dann direkt ans Ziel. Der 12-Stunden-Flug war recht angenehm, weil ich mir mit den zwischenzeitlich angesammelten Prämien-Meilen einen Upgrade in die Business-Class geleistet hatte.   Auf der Übersichtskarte rechts sieht man den Flughafen Guarulhos im Nord- osten der Stadt, und den Stadtteil São Bernardo do Campo im Süden, wo das Hotel und auch unsere Vertretung waren. Von da sind es immer noch 60 km bis zum Atlantischen Ozean. São Paulo ist der größte industrielle Ballungsraum in Lateinamerika. In der zehnt- größten Stadt der Welt wohnen rund 20,6 Millionen Menschen. São Paulo ist die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates in Brasilien. Die Stadt ist das wichtigste Wirtschafts-, Finanz- und Kulturzentrum sowie Verkehrsknotenpunkt des Landes mit Universitäten, Hoch- schulen, Theatern und Museen. Im größten industriellen Ballungsraum Südamerikas bilden ungefähr 1000  deutsche Firmen die weltweit größte Konzentration deutscher Industrie-Unternehmen. Die Stadt ist durch zahlreiche Einwanderer aus aller Welt multikulturell geprägt mit wesentlichen portugiesischen, italienischen, deutschen, libanesischen und japanischen Einflüssen. Die Einwohner der Stadt heißen „paulistanos“. Während mit „paulista“ eigentlich die Einwohner des Bundesstaats gemeint sind, verwendet man diesen Begriff auch häufig verallgemeinernd für die Bewohner der Metropole.   Die Stadt liegt auf einer hügeligen Hochebene, im Schnitt ca. 795 m über dem Meeresspiegel im Hoch- becken der beiden Flüsse Rio Tiete und Rio Pinheiros. Obwohl São Paulo nahe des südlichen Wende- kreises liegt und die Sonne im Dezember zu Mittag fast senkrecht steht, wird es kaum mehr als 30°C warm. São Paulo wurde am 25.01.1554 von den beiden jesuitischen Missionaren Manuel de Nóbrega und José de Anchieta um ein Kloster herum gegründet. Das Gebiet blieb lange Zeit isoliert, da die Produktivität der Zuckerrohrplantagen nicht sehr hoch war. Im 17.Jh. wurde dann Weizen für den Export angebaut. 1711 wurde der Siedlung das Stadtrecht verliehen und am 7. September 1822 wurde in Sao Paulo die Unabhängigkeit Brasiliens von Portugal erklärt. Bis in das späte 19.Jh noch relativ unbedeutend, änderte sich die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt danach mit der steigenden Nachfrage nach Kaffee, der unter günstigen Klima- und Bodenbedingungen hier gut gedieh. Die verkehrsgünstige Lage zwischen Binnenland und Hafen förderte die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt.   Die Avenida Paulista in den Bildern rechts ist eine der Hauptstraßen der Stadt. Zu Beginn des 20.Jh. noch spärlich bebaut, mit vielen Bäumen und Gärten, verschwindet sie heute zwischen den vielen Hochhäusern, die das Zentrum der Stadt prägen. Vereinzelt sieht man noch  historische Ge- bäude neben den Wolkenkratzern.   Anders als das wohlbekannte Rio de Janeiro wird São Paulo üblicherweise nicht als Touristenort gesehen. Seine Attraktionen bleiben häufig unter dem städtischen Chaos verborgen. Das Stadtbild von São Paulo wird von vielen Hochhäusern geprägt, die aber bei weitem nicht so hoch sind wie in New York - Manhattan. Das höchste Hochhaus der Stadt ist das 170m hohe „Mirante do Vale“ (bis 1988 wurde es „Palacio Zarzur Kogan“ genannt), das zweithöchste mit 168m das „Edificio Italia“, welches auch über ein Panoramarestaurant verfügt. Ein weiterer Aussichtspunkt befindet sich auf dem „Edifício do Banespa“.   Zwischen Palmen, grünen Bäumen und Blumen will trotz der weihnachtlich ge- schmückten Kaufhäuser keine Advent-Stimmung aufkommen. Während die Leute hier in kurzen Hosen und T-Shirts flanieren und die Sonne sehr angenehme Wärme spendet, steht Santa Claus mit seinem dicken roten Mäntelchen und Mütze in einem Meer von Watte...    Obwohl die vielen Hochhäuser scheinbar keinen Platz für freie Flächen lassen, findet man doch zwischendrin immer wieder kleine Oasen der Ruhe. Diese schöne Kirche im Bild rechts bildet einen angenehmen Kontrast zu dem emsigen Treiben in den Schluchten der Stadt.   Die größte Kirche der Stadt und bedeutende Sehenswürdigkeit ist die im neogotischen Stil errichtete „Catedral Metropolitana“, mit deren Bau 1913  begonnen und die erst 1954 eingeweiht wurde. 8000 Personen haben in der Kirche Platz, sie hat eine Länge von 110m und eine Breite von durch- schnittlich 46m. Ihr Mittelschiff wölbt sich mehr als 30m in die Höhe und ihre beiden Türme sind 92m hoch. Die italienische Orgel ist die größte in Südamerika. In der Krypta sind die sterblichen Überreste des Indianer- häuptlings Tibiriçá und die des Paters Diogo Antônio Feijó, des Regente Feijó“ (1784–1843), beigesetzt. Im Stadtteil Ipiranga liegt das „Museu Paulista“, auch „Museu do Ipiranga“ genannt, inmitten des „Parque Independência“, einer an die Gärten von Versailles angelehnten Gartenanlage mit dem Monument der Unabhängigkeit und der „Casa do grito“, dem Haus, nahe welchem 1822 die Unabhängigkeit ausgerufen wurde.   Für eine 20 Millionen-Stadt ist das historische Museum eher bescheiden mit Exponaten ausgestattet. Ein paar alte Feuerwehr-Autos, Sänften und Truhen stehen in den Gängen, die Zimmer zeigen neben alten Waffen auch Gegen- stände aus dem Haushalt und ein paar Kleidungsstücke.  

Vom ersten Stock hat man auch eine schöne Sicht über den Park auf die Stadt. Der größte Raum wird von

einem 7,60m x 4,15m großen Gemälde dominiert, das den Ruf "Independence or death" darstellt, die

Erklärung der Unabhängigkeit Brasiliens.

  Obwohl schon wenige Monate nach der Erklärung der Unabhängigkeit die Idee für ein Monument aufkam, dauerte es wegen Geldmangels und fehlenden Entschlüssen bis 1890, bis das Denkmal genau an dem historischen Ort errichtet und eingeweiht werden konnte. Einst lag dieser weit außerhalb der Stadt, heute steht das Monument fast in der Mitte von São Paulo.   In den Außenbezirken der Stadt und in den Vororten sieht man weniger hohe Häuser, dafür viele kleine Ge- schäfte und Gewerbebetriebe entlang der breiten Straßen. Die meisten Häuser sind mit mehr oder weniger kunstvollen Graffiti besprüht, vor allem in den ärmeren Wohnbezirken. Auto- und Motorradwerkstätten gibt es viele, denn die Brasilianer fahren gerne Auto. Für unsere Maßstäbe kostet Benzin relativ wenig und viele Autos fahren mit dem noch günstigeren Alkohol, der aus Zuckerrohr gewonnen wird. Die Stadt São Paulo war hingegen sehr sauber, nur selten sah man Abfälle auf der Straße. Der Erfolg der Maßnahmen zur Mülltrennung und zum Recycling ist hier deutlich spürbar. Ca. 90% des gesamten Abfalls kann wiederverwertet werden. Die meisten der Geschäfte sehen allerdings nicht sehr vertrauenserweckend aus und ich würde wohl hier kein Fleisch kaufen wollen. Supermärkte wie Carrefour sind aber auch hier gut vertreten und bieten ein breites Sortiment an Waren an. Daneben findet man immer wieder solche kleinen Straßenhändler mit Waren aller Art - Viele Kreditkarten werden gerne akzeptiert. Die gemütliche Kneipe um die Ecke darf natürlich in den Wohnbezirken nicht fehlen - natürlich mit Live- Musik am Samstag abend.   Eine Bretterbude, ein handgemaltes Schild, ein paar Auto-Ersatzteile (woher die kommen, will niemand wissen) - und fertig ist das Geschäft. An dem Eingang sind noch kleine Verbesserungen möglich - wenn das Geld mal reichen sollte.   In den Wohnvierteln, die oft in hügeligem Gelände gebaut sind, reiht sich ein Häuschen an das andere. Alle mit einem breiten Gittertor zur Straßenseite. Drin steht das Auto und neben einer gemütlichen Sitzecke ist auch gleich der Eingang ins Haus.
60 km vom Meer Straßen von Sao Paulo Avenida Paulista Avenida Paulista Avenida Paulista Avenida Paulista eine andere Kirche irgendwo Kathedrale Paulista Museum Paulista Museum Ipiranga Garten Independência ou Morte Unabhängigkeitsdenkmal Straße in einem Vorort Autowerkstatt Metzgerei Straßenhändler Restaurant Auto-Ersatzteile Wohnstraße Ein Häusermeer Es weihnachtet... Wappen von Sao Paulo City von Sao Paulo Avenida Paulista Avenida Paulista Shopping Center, Weihnacht
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