mein Reisebilderbuch Manfred Bittner
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Thailand - Bangkok
Im Januar 2006 wurde ich zu einer Produkteinführung nach Malaysien (Kota Kinabalu) eingeladen. Danach verbrachte ich noch drei Tage in Bangkok um auch hier diese Schulung durchzuführen. Da mein Rückflug am Samstag erst gegen Mitternacht startete, hatte ich noch Zeit, um mir von unseren Kollegen die wichtigst- en Sehenswürdigkeiten dieser Stadt zeigen zu lassen. Bangkok, die Hauptstadt Thailands liegt ca. 30km landeinwärts vom Golf von Siam am Chao Phaya Fluss. Ca. 6 Mio Menschen leben in hier auf rund 1500 km². Neben den gut erhaltenen Tempelanlagen, die in der gan- zen Stadt überall zu finden sind, sieht man auch hier Hochhäuser und Wohnblocks, wie in jeder Großstadt. Dem Besucher fallen auch sofort die dreirädrigen Taxis auf, welche nach dem typischen Geräusch des Motors "Tuk Tuk" genannt werden. Auch ich bin natürlich mit einem solchen Gefährt unterwegs gewesen. Die Zweitaktmotoren stinken gewaltig und machen jede Menge Lärm.   Gleich daneben, vom Dunst der Tuk Tuks eingenebelt, gibt es viele leckere Sachen zu kaufen - der Reiseführer meinte allerdings, diese Speisen mit Vorsicht zu genießen. Der Duft der in heißem Fett gebratenen Leckereien ist dennoch sehr ver- lockend. Ich habe trotzdem lieber nichts davon gekauft. Auch abends und nachts bietet Bangkok einen sehr schönen Anblick. Die Tempelanlagen sind beleuchtet  und für die Fotografen ein beliebtes Motiv. Die Beleuchtung wurde dann allerdings um 22:00 Uhr abgeschal- tet, ich konnte nur noch das Demokratie Denkmal fotografieren. Dann war ich eines Abends zum Essen eingeladen. Das Restaurant befand sich vor dem Puppen-Theater und die Schauspieler trieben ihre Scherze mit den Besuchern. Das Essen ist oft ziemlich pikant und fremdartig gewürzt, teilweise sogar säuerlich-bitter im Geschmack. Ich konnte mich nicht wirklich dafür be- geistern.          Der Höhepunkt meines Besuches war sicher der Besuch des "Grand Palace". Dieser wurde in den Jahren 1782 - 1785 nach der Thronbesteigung des Königs Rama I. errichtet und beherbergt den königlichen Palast, die Thronhallen, einige Regierungsgebäude und den berühmten Tempel des Smaragdbuddhas.   An den Toren zu den Gebäuden im Tempelbezirk findet man oft chter- figuren in Gestalt von Fabelwesen. Nach dem thailändischen Weltbild  ist die von Menschen bewohnte Welt und das Paradies durch einen Wald  getrennt, in welchem diese Wesen leben. Diese Dämonen sind auch oft Mischungen aus verschiedenen Lebewesen, z.B. Löwe und Vogel. Sehr reich mit Gold und Edelsteinen verziert bewachen sie mit grimmigem Gesicht die Eingänge. Hier eines der Tore zur Bibliothek. Diese ist für Besucher nicht zugänglich. Der Tempelbezirk ist vom Rest des Grand Palace durch eine Mauer mit einem Wandelgang getrennt. Darin befinden sich kilometerlange, sehr schöne und detaillierte Wandmalereien, welche Szenen aus dem Ramakien während der Regentschaft Rama I. darstellen. Auch hier an den Eingängen sieht man die Dämonen als Wächter. Der Dämon im Vordergrund dieses Bildes ist eine Mischung aus Frau und Löwe. Im Hintergrund erkennt man die Spitze eines "Prangs" - Diese beeindruckenden Tempeltürme versinnbildlichen die wichtigsten Elemente des Buddhismus: Buddha, Dhamma (der buddhistischen Lehre), Sangha (der Gemeinschaft der Mönche), Bhikkhunis (den buddhistischen Nonnen), Pacceka Buddha (Buddhas, die zwar die Erleuchtung erlangten, die aber nicht das Dhamma predigten), Chakravartins (universelle Weltenherrscher, die nach  buddhistischem Regeln herrschen), Bodhisattva, und dem Maitreya Buddha (Thai: Metteya, dem zukünf- tigen Buddha). Anlässlich der 100-Jahr-Feier 1882 wurden auch diese wunderschönen Karyatiden ergänzt. Diese haben zwar das Aussehen von Dämonen, tra- gen aber eine thailändische Krone. Sie sind Figuren aus dem Drama Ramakien nachempfunden.      In den Tempel des Smaragdbuddhas darf man nur ohne Schuhe eintreten. Im Inneren sollte man darauf achten, dem Buddha nie seine Füße oder Fußsohlen zuzuwenden, diese gelten als unrein. Das heiligste Bildnis Thailands ist 66cm hoch und nicht wie vermutet aus Smaragd, sondern aus thailändi- scher grünlich-schimmender Jade (Nephrit). Je nach Jahreszeit wird das Gewand immer gewechselt. Laut Chronik soll der "Emerald-Buddha" im Jahre 1434 in der thailändi- schen Stadt Chiang Rai aufgetaucht sein, nachdem ein Blitzschlag einen Chedi zerstört hatte und die Statute freigab. Im Jahre 1468 gelangte sie ins Lanna-Reich, zum König von Chiang Mai. Da der damalige König Tiloka ohne einen männlichen Erben starb, und eine seiner Töchter mit dem König von Laos verheiratet war, gelangte das Bildnis ins Nachbarreich. Das Versprechen, die Statue den Thai zurück- zugeben, wurde nie eingelöst. 1778 unternahm General Chakri (der spätere König Rama I.) im Auftrag König Taksins eine Strafexpedit- ion nach Laos, eroberte die Hauptstadt Vientiane und brachte von dort den Smaragdbuddha nach Hause in die damalige thailändische Hauptstadt Thonburi. Mit der Gründung von Bangkok als Hauptstadt und dem Bau des Großen Palast- es und Königstempels unter Rama I. wurde das Bildnis am 22.03.1784 von Thonburi zu seinem neuen Standort gebracht. Seit dieser Zeit gilt die Statue als religöses Symbol für Thailand und der Tempel des Smaragdbuddhas wurde zum nationalen Schutzheiligtum. Der Buddha  darf nicht fotografiert werden, was für Thailand eher unüblich ist. Das Chakri Maha Prasat wurde 1882 zum 100-jährigen Bestehen Bangkoks erbaut. Heute wird nur noch der Empfangsbereich für offizielle Anlässe genutzt. Neben dem Chakri Maha Prasat Palast findet man hier den Dusit Maha Prasat, der aus der Thronhalle und dem Amphorn Phimok-Pavillon besteht. Eine Reproduktion dieses Pavillons wurde 1958 auf der Weltausstellung in Brüssel gezeigt. Der Dusit Maha Prasat wurde von König Rama I. erbaut um die alte ab- gebrannte Halle zu ersetzen. Er beabsichtigte dieses Gebäude zur Auf- bewahrung seiner sterblichen Überreste zu verwenden. Das Gebäude dient seitdem zur Aufbahrung verstorbener Könige und Königinnen, sowie hochstehender Mitglieder der königlichen Familie. Die Halle ist mit einem Perlmutt-Thron augestattet, der von einem neunstufigen weißen Schirm überdacht wird. Mich haben auch hier die vielen reichen Verzierungen fasziniert die mit großer Liebe zum Detail ge- staltet sind.      Unweit vom Grand Palace liegt das Kloster Wat Pho. Hier fielen mir zuerst die beiden seltsamen Wächter-Statuen auf, die einen Zylinderhut tragen. Die Geschichte des Tempels lässt sich nicht genau nachvollziehen. Angeblich soll er aber 1688-1703 schon erweitert worden sein. Die Hauptattraktion von Wat Pho ist die 45m lange und 15m hohe Statue des ‘liegenden Buddha’, dem in spiritueller Hinsicht jedoch nicht soviel Bedeutung zukommt wie dem Emerald Buddha im angrenzenden Grand Palace. Die Figur liegt auf der rechten Seite, nach buddhistischer Lehre die richtige Haltung zum Sterben und stellt den Moment dar, in dem Buddha ins Nirwana hinübergeht. Die gewaltige Größe lässt leider in dem doch ziemlich schmalen Raum  keinen Gesamteindruck zu, das milde Lächeln der vergoldeten Statue hinterlässt jedoch beim Betrachter einen ähnlichen Eindruck wie die Pieta im Peters-dom. Sie wurde 1987 restauriert, wobei zu diesem Zweck zusätzlich noch über eine Million Blättchen Blattgold aufgetragen wurden. Die Fußsohlen dieses liegenden Buddhas sind mit wunderschönen Perlmutt-Einlege-Bildern verziert, wel- che die 108 Lakshanas - die heiligen Kennzeichen des Erleuchteten darstellen.   In der Tempelanlage sieht man insgesamt 71 verschiedene Chedi oder Stupas. Diese meist kuppelförmigen Bauten entwickelten sich aus den altindischen Be- gräbnishügeln, um Reliquien zu verwahren oder an große Menschen zu erin- nern. In Thailand sind die Chedi die Symbole des Buddhismus. Man kann sagen, dass ihre Grundstruktur die Kosmologie des Buddhismus symbolisiert. In Wat Pho wurden von den verschiedenen Königen immer neue Stupas errichtet. Es gibt die orangefarbe- ne, grüne, gelbe, blaue Chedi und die fünf Chedi auf einem Sockel, welche ich hier fotografiert habe. An den unglaublich detailreichen Einlegearbeiten aus bunten Kacheln und Porzellan konnte ich mich kaum sattsehen. Sehr detailreich sind auch die feinen Steinreliefs an einem Torbogen vor dem Eingang in einen Tempel. Die hier gezeigte Gruppe ist vielleicht gerade mal 15cm hoch.      Der Wat Arun, Tempel der Mogenröte, wurde 1780 erbaut und erhebt sich majestätisch am Westufer des Chayo Phraya. Der Chedi ist ein Wahrzei- chen der Stadt und im Khmer-Stil erbaut. Um vom Ostufer dahin zu ge- langen, nahmen wir die Fähre. Dazu mussten wir erst durch einen kleinen Markt und an etlichen aufdringlichen Schleppern vorbei, die uns teure Rundfahrten durch die Klongs (Kanäle) anbieten wollten. Der Chedi ist bei näherer Betrachtung ein Mosaik aus bunten Porzellanstückchen. Als beim Bau das Por- zellan ausging, forderte Rama III. seine Untertanen auf, zerbrochenes Porzellan abzuliefern, damit die Künstler die Blütenbilder und Fabelwesen vollenden konnten. Den Mittelpunkt vom Wat Arun bildet Phra Prang, wie der zentrale Prang ehrfurchtsvoll genannt wird. Vier steile Treppen an den vier Seiten verbinden insgesamt vier Ebenen, auf denen der Phra Prang umrundet werden kann. Die Aufgänge zu der dritten Ebe- ne waren jedoch bereits für Besucher gesperrt. Doch auch von der zweiten Ebene hatte ich einen sehr eindrucksvollen Blick über den Fluss und die Stadt. Die zweite Ebene wird von Dämonen (Yakshas) als Karyatiden getragen. Hier befinden sich an den vier Seiten vier portalartige Mondop, in denen wichtige Stationen im Leben des Buddha abgebildet sind, wie z.B. seine Geburt und die Erleuchtung.      Unser nächstes Ziel war der ‘Golden Mount’. Am Fuße des ca. 80m hohen "Berges" in auf dem der Chedi steht, befindet sich ein kleineres Kloster, dessen rotgoldene Dachverzierungen in der Abendsonne ein schönes Fotomotiv boten. Der Ursprung des Tempels  und der Klosteranlage  geht bis in die Zeit Rama I. (18.Jh.) zurück. Westlich vom Wat Sakhet führen 318 Stufen an den Seiten des Hügels zum Golden Mount empor. Der Golden Mount ist eine der überragenden Sehenswürdigkeiten Bangkoks. Auf einem 81m hohen, künst- lich aufgeschütteten Berg erhebt sich seit 1865 der mit unzähligen vergoldeten Mosaiksteinchen beklebte Chedi des Wat Srakes Rajavaramahavihara. Im Inneren befindet sich eine Reliquie des ersten Buddha Siddhartha Gautama. Von der äußeren Plattform kann man die großartige Aussicht über die Innenstadt Bangkoks genießen. Der Abend senkte sich langsam über die Stadt und ich hoffte, den Sonnenuntergang von hier aus sehen zu kön- nen. Doch leider schloss der Chedi um 17:00 Uhr seine Pforten und wir wurden höflich hinauskomplimentiert. Noch ein Abschiedsfoto von der äußeren Plattform, ein Blick gegen Osten über die Stadt Bangkok.      Im Jahre 2009 kam ich wieder beruflich in die Stadt. Am Sonntag nach meiner Ankunft machte ich mich auf eigene Faust mit einem Taxi auf den Weg und ließ mich zum Marmortempel bringen. Der ‘Wat Benchamabophit Dusitwanaram Ratchaworawihan’ ist ein buddhistischer Tempel und gehört zu den schönsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Er wurde auf dem Gelände eines alten Tempels errichtet, der vermutlich noch aus der Zeit des Königreiches von Ayutthaya stammte. Während der Regierungszeit von Rama III. um 1827 wurde er weiter ausgebaut und fünf Chedis vor dem Tempel errichtet. Unter Rama IV. erhielt er dann den Namen ‘Wat Benchabophit, ‘Tempel der fünf Prinzen’. 1898 ließ Rama V. den neuen königlichen Palast Phra Ratchawang Dusit zu errichten. Zum Ausgleich für den Abriss von zwei alten, verwaisten Tempeln auf dem Gelände veranlasste er, dass der am südlichen Rand des Palastgartens gelegene Wat Benchabophit neu aufgebaut und vergrößert werden sollte. Am 6. Dezember 1900 bezogen 33 Mönche den neuen Tempel. Der Kanal mit drei Brücken wurde um das Jahr 1900 ausgehoben und trennt den heiligen Bereich vom Wohnbereich.
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Bangkok, Golden Mount Aussicht
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