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© Manfred Bittner 2011
Tschechien
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Anfang Mai 2003 reiste ich mit meiner Mutter zu Ihrem 75. Geburtstag nach Prag. Wir
hatten das Glück, die Stadt bei herrlichem Wetter sehen zu können. Prag ist auch in der
Vorsaison gut von Touristen besucht. So schoben wir uns durch die Menschenmassen über
die Karlsbrücke und stiegen uns vor dem Rathaus gegenseitig auf die Füße. Das Bild zeigt
einen Blick auf die Burg, von der Moldau aus.
Am Rathausturm sieht man eine astronomische Uhr mit
Figuren, welche sich zu jeder vollen Stunde bewegen.
Anschließend kräht ein goldener Hahn, der oberhalb der Uhr zu
finden ist. Ganz links außen ist die Figur der Eitelkeit, daneben
der Geiz, rechts vom Zifferblatt der Tod und ganz rechts außen
der Heide. Auf den Turm kann man übrigens gegen ein
Eintrittsgeld mit einem Aufzug hinauffahren, der Blick von dort
oben lohnt sich wirklich.
Ein paar Schritte weiter, auf dem großen Platz steht das Denkmal des tschechischen
Reformators Hus, dahinter sieht man auf dem Bild die Nikolauskirche. Im Rücken des
Betrachters steht die Teynkirche, welche wegen Renovierungsarbeiten nur während der
heiligen Messen geöffnet war. Der Zugang war etwas versteckt, man musste durch einen
der Torbögen der vorgebauten Häuser gehen. Rechts im Bild sieht man einige sehr schön
renovierte Palais.
Das größte Gedränge herrscht immer auf der berühmten Karlův Most
(Karlsbrücke). Natürlich haben wir uns dort auch umgesehen und die Statue
des Hl. Nepomuk mit der linken Hand berührt - das soll Glück bringen.
Entlang der ganzen Brücke findet man Andenkenstände, meist Künstler,
die handgefertigte Bilder von Prag oder Kunsthandwerk aller Art anbieten.
Neben dem Pulverturm befindet sich ein schönes Repräsentationshaus im Jugendstil. Im
Erdgeschoss ist ein Restaurant und Kaffeehaus, in welchem auch Künstler ein und
ausgingen.
Wir haben es uns nicht nehmen lassen, dort gemütlich einen Kaffe zu trinken und von dem
köstlichen Dessert-Angebot zu kosten. Die Live-Musik spielt sehr dezent und nicht zu laut,
so kann man sich dabei auch noch angenehm unterhalten.
In der Stadt bieten kleinere Busunternehmer verschiedene Ausflüge in die Umgebung oder
Stadtrundfahrten an. Wir entschieden uns für eine Fahrt nach Karlstein, das ca. 30 km
südwestlich von Prag liegt. Der Ausflug enthielt auch die Besichtigung der Burg und das
Mittagessen. Zur Burg hinauf nahmen wir die Pferdekutsche (war extra zu bezahlen),
runter ging es dann zu Fuß durch die Souvenirmeile. Hier findet man alles, sogar
Bumerangs und Regenrohre, WMF-Metallwaren und Swarovski-Glas.
Der berühmte Wenzelsplatz bildet mit seinen vielen Geschäften, Kaufhäu-
sern, Cafés, Passagen und Hotels den Kernbereich des Prager Lebens
und ein beliebtes Ziel zum Bummeln. Am oberen Ende des Platzes befindet
sich das Nationalmuseum. Bei den regimekritischen Demonstrationen
1988 und besonders 1989 versammelten sich hier rund eine halbe Million
Menschen.
Der älteste Stadtteil Prags ist Vyšehrad, dort soll sich nach der Legende die Burg der
Libussa befunden haben, die Wiege der böhmischen Geschichte. Historisch belegt ist
jedoch eine Burg in der zweiten Hälfte des 11. Jh., Bedeutung erlangte Vysehrad aber erst
zur Zeit Karl IV. (Mitte 14. Jh.).
Nachdem die Barockfestung am Anfang des 20. Jh. geschleift wurde, blieben nur noch die
Festungsmauern, von wo man die herrliche Aussicht genießen kann.